Wie fühlt sich die falsche Griffgröße beim Tennisschläger an?
Verdreht sich dein Schläger in der Hand? Drückst du beim Schlag unbewusst den Griff zusammen, oder wird dein Unterarm schon nach ein paar Spielen müde? Manchmal liegt es am Griff, der nicht zu deiner Hand passt, statt an deiner Technik. Die Griffgröße beschreibt die Dicke des Schlägergriffs. Eine unpassende Größe macht nicht plötzlich jeden Schlag schlechter. Du merkst sie eher daran, wie du den Schläger hältst und wie leicht du zwischen den Schlägen umgreifen kannst. Auch kleine Beschwerden, die erst nach einer Weile auftauchen, können dein Spiel beeinflussen: Lässt sich der Schläger in deiner Hand nicht bequem drehen, fällt das Umgreifen schwerer. Verdreht er sich dagegen beim Schlag, hältst du ihn vielleicht fester als nötig, um ihn zu stabilisieren.
Wenn sich der Griff zu dünn anfühlt
Beim Schlag kann es sich so anfühlen, als würde der Schläger in deiner Handfläche rutschen oder sich verdrehen. Kommst du etwas zu spät an den Ball oder triffst ihn außerhalb der Schlägermitte, greifst du fester zu, um den Schläger zu halten. Auch beim Aufschlag und bei Volleys, wenn du häufiger umgreifst, fällt dir vielleicht auf, dass sich der Griff nicht angenehm in der Hand drehen lässt. Ein müder Unterarm, eine angespannte Hand oder Schwierigkeiten, die Finger nach dem Schlag zu lockern, können mit diesem ständigen Zupacken zusammenhängen.
Gib aber nicht sofort der Griffgröße die Schuld. Wenn deine Hand schwitzt oder das Overgrip abgenutzt und rutschig ist, kann sich der Schläger ähnlich verhalten. Tausche zuerst das Overgrip aus und probiere es erneut. Bleibt das Problem bestehen und hast du bei jedem Schlag das Gefühl, kräftig zugreifen zu müssen, lass die Größe überprüfen.
Wenn sich der Griff zu dick anfühlt
Dann können deine Finger den Griff möglicherweise nicht bequem umschließen. Beim Wechsel von Vorhand zu Rückhand wird es schwieriger, den Schläger in der Hand zu drehen. Du musst die Hand neu ansetzen, um umzugreifen. Auch bei einem großen Griff kann es nötig erscheinen, fester zuzupacken, damit der Schläger stabil bleibt. Ein dicker Griff bedeutet also nicht automatisch sicheren Halt. Sowohl eine zu kleine als auch eine zu große Griffgröße kann dazu führen, dass du zu fest zugreifst.
Große Hände bedeuten ebenfalls nicht, dass du unbedingt einen dicken Griff brauchst. Manche Spieler mögen es, wenn der Griff die Hand gut ausfüllt. Andere finden das Umgreifen mit einem dünneren Griff leichter. Die Handgröße ist ein guter Ausgangspunkt, entscheidet aber nicht allein. Welche Schläge du spielst, welche Griffhaltungen du nutzt und wie sich der Griff für dich anfühlt, spielt ebenfalls eine Rolle.
Ein einfacher Test für zu Hause
Halte den Schläger mit deinem Vorhandgriff. Versuche, den Zeigefinger der anderen Hand in die Lücke zwischen deinen Fingerspitzen und dem Daumenballen zu schieben. Ist dafür gar kein Platz, könnte der Griff zu klein sein. Bleibt deutlich zu viel Platz, könnte er zu groß sein. Dieser praktische Test gibt dir eine erste Orientierung, ist aber keine exakte Messung. Die Form deiner Finger und deine Griffhaltung können das Ergebnis verändern.
Auch anhand deiner Hand lässt sich eine erste Griffgröße abschätzen. Dafür misst du den Abstand von der Spitze des Ringfingers bis zur deutlich sichtbaren Handflächenlinie. Zwei Spieler mit ähnlichen Handmaßen müssen denselben Schläger trotzdem nicht gleich angenehm finden. Deshalb ist es sinnvoller, im Laden zwei benachbarte Größen zu vergleichen und sie möglichst auch kurz auf dem Platz auszuprobieren. Frag bei Unsicherheit deinen Trainer oder einen Schlägerspezialisten.
Worauf solltest du beim Test auf dem Platz achten?

Entscheide nicht nach ein oder zwei Bällen. Achte bei Vorhand, Rückhand, Aufschlag und Volley darauf, wie sich deine Hand anfühlt. Können sich die Finger beim Umgreifen bequem um den Griff bewegen? Verdreht sich der Schläger beim Ballkontakt in deiner Handfläche? Musst du ihn die ganze Zeit fest zusammendrücken, damit er stabil bleibt? Schon ein paar Minuten mit diesen Fragen können mehr zeigen als ein Blick auf die Tabelle.
Den Schläger locker zu halten ist allerdings nicht dasselbe, wie ihn so lose zu halten, dass er aus der Hand fallen könnte. Du solltest den Griff aber auch nicht zusammendrücken und die Hand dabei verkrampfen. Der Schläger soll sicher in deiner Hand liegen. Gleichzeitig musst du beim Vorbereiten eines Schlags umgreifen können, ohne unnötige Spannung aufzubauen. Wenn sich eine Größe angenehmer anfühlt, berücksichtige das auch beim Kauf deines nächsten Schlägers.
Bei Armschmerzen ist die Griffgröße nicht immer die einzige Ursache
Eine unpassende Größe kann dazu beitragen, dass du stärker zugreifst und dein Unterarm schneller ermüdet. Schmerzen am Ellenbogen oder Handgelenk bedeuten aber nicht automatisch, dass die Griffgröße falsch ist. Auch Schlagtechnik, Besaitungshärte, Eigenschaften des Schlägers und dein Spielumfang in letzter Zeit können eine Rolle spielen. Wenn die Schmerzen wiederkehren, überprüfe deine Technik mit deinem Trainer, statt nur die Griffgröße zu ändern und auf Besserung zu warten. Halten die Beschwerden an, wende dich an eine medizinische Fachkraft.
Bevor du die Griffgröße änderst
Tritt das Problem nur auf, wenn deine Hand schwitzt, erneuere zuerst das Overgrip. Verdreht sich der Schläger weiterhin, fällt dir das Umgreifen schwer oder drückst du den Griff ständig fest zusammen, lass die Größe von einem Trainer oder Schlägerspezialisten prüfen. Du kannst den Griff mit einem zusätzlichen Overgrip dicker machen. Dadurch ändern sich aber auch sein Gefühl und die tatsächliche Dicke in deiner Hand. Probiere ihn nach dem Aufwickeln wieder auf dem Platz aus. Beginne möglichst mit einer kleinen Anpassung statt mit einer großen Veränderung auf einmal.
Griffgröße und gefühlte Gesamtdicke sind nicht ganz dasselbe
Die ursprüngliche Griffgröße, ein darübergewickeltes Overgrip und die Dicke, die du in der Hand spürst, können sich etwas unterscheiden. Das Overgrip wird über das vorhandene Griffband gewickelt. Es kann sich trockener oder weicher anfühlen und macht den Griff ein wenig dicker. Wenn du den Griff im Laden ohne Overgrip ausprobierst und zu Hause dein gewohntes Overgrip ergänzt, ist ein anderes Gefühl deshalb normal. Spielst du üblicherweise mit Overgrip, beurteile die Größe auch in diesem Zustand.
Ein abgenutztes Overgrip wird nicht nur rutschig. Es kann an manchen Stellen dünner werden und sich an anderen zusammenschieben, sodass sich der Griff ungleichmäßig anfühlt. Mit einem neuen Overgrip wirkt der Schläger vielleicht etwas dicker oder voller in der Hand. Die Veränderung ist klein, kann bei einem feinen Griffgefühl aber auffallen. Halte die verwendeten Schichten beim Test möglichst gleich. Sonst vergleichst du beim Prüfen zweier Griffgrößen gleichzeitig zwei unterschiedliche Oberflächen.
Wenn du zwischen zwei Größen liegst
Nimm zwei benachbarte Griffgrößen in die Hand und vergleiche sie mit derselben Griffhaltung. Bewegt sich der kleinere Griff in deiner Handfläche und greifst du dadurch unbewusst stärker zu, könnte die größere Variante angenehmer sein. Können deine Finger den größeren Griff nicht gut umschließen oder geht das Umgreifen nur langsam, probiere den kleineren.
Das Ziel ist ein angenehmer, sicherer Halt, nicht die perfekte Lücke beim Zeigefingertest. Wenn dich dieser Test zwischen zwei Größen unentschlossen lässt, probiere den Schläger möglichst auf dem Platz aus. Spiele ein paar Vorhände und Rückhände, schlage auf und achte darauf, ob deine Hand beim Umgreifen frei und bequem arbeiten kann. Dass eine Größe im Laden gut liegt, garantiert nicht, dass sie sich während eines langen Trainings genauso anfühlt.
„Ich nehme erst den kleineren und mache ihn später mit einem Overgrip dicker“ hört man oft. Eine allgemeingültige Regel ist das aber nicht. Ein zusätzliches Overgrip verändert neben der Dicke auch die Oberflächenstruktur und das Gefühl des Schlägers in deiner Hand. Entscheide zwischen zwei Größen deshalb anhand der Schichten, mit denen du tatsächlich spielst, statt dich nur auf diese Annahme zu verlassen.
Die Griffgröße wirkt nicht unabhängig von anderen Schlägereigenschaften
Ein ungewohntes Griffgefühl beim neuen Schläger bedeutet nicht immer, dass die Größe falsch ist. Wie deutlich die Griffkanten ausgeprägt sind, das Basisgriffband und das Gesamtgewicht des Schlägers beeinflussen ebenfalls, wie er in der Hand liegt. Zwei Schläger derselben Größe können sich wegen einer anderen Griffform oder Oberflächenstruktur unterschiedlich anfühlen. Suchst du das vertraute Gefühl deines alten Schlägers, vergleiche deshalb auch den Griffaufbau und die verwendeten Griffbandschichten, nicht nur die Größenangabe.
Auch Gewohnheit spielt mit. Wenn du lange einen dicken Griff benutzt hast, kann ein dünnerer beim ersten Versuch fremd wirken. Das allein beweist nicht, dass die Größe falsch ist. Umgekehrt bedeutet ein neuer Griff, der die Hand stärker ausfüllt, nicht automatisch bessere Kontrolle. Entscheide nicht sofort nach ein paar kurzen Versuchen, sondern beobachte, ob deine Hand bei verschiedenen Schlägen entspannt bleibt.
Wie fühlt sich deine Hand nach dem Test an?
Beurteile eine Größe nicht nur nach dem ersten Schlag. Öffne und schließe deine Hand nach einem kurzen Training. Spürst du Spannung in den Fingern oder in der Handfläche? Hast du vielleicht das ganze Match über fest zugegriffen, damit sich der Schläger nicht verdreht? Musstest du bei jedem Griffwechsel die Hand neu ansetzen? Vergleiche deine Antworten über mehrere Einheiten. So lässt sich leichter unterscheiden, ob dir ein ungewohnter Schläger am ersten Tag einfach fremd ist oder ob die Größe wirklich nicht zu deiner Hand passt.
Wenn du den Schläger eines Freundes ausprobierst, frag auch, wie viele Griffbandschichten darauf sind. Dieselbe Größenangabe kann sich mit anderen Schichten unterschiedlich dick anfühlen. Beim Vergleich eines kurz getesteten Schlägers mit deinem eigenen übersieht man dieses Detail leicht.
Was solltest du prüfen, wenn es nicht an der Griffgröße liegt?
Rutscht der Schläger nur bei bestimmten Wetterbedingungen, können eine schwitzende Hand und die Overgrip-Oberfläche die wahrscheinlichere Erklärung sein. Fällt dir das Umgreifen grundsätzlich schwer, können auch deine Griffgewohnheiten oder die Schlagtechnik eine Rolle spielen. Wird dein Arm schnell müde, solltest du außerdem Trainingsdauer, Schlägergewicht und Besaitung betrachten. Diese Hinweise liefern allein keine Diagnose. Sie helfen lediglich dabei, mögliche Ursachen einzugrenzen.
Probiere Veränderungen deshalb einzeln aus. Erneuere zuerst das Overgrip und lass bei Bedarf anschließend die Griffgröße fachkundig prüfen. Wenn du Griffbandschichten, Schläger und Besaitung gleichzeitig änderst, ist schwer zu erkennen, was den Unterschied gemacht hat. Bei Schmerzen solltest du dich nicht auf Ausrüstungstests beschränken. Schau mit deinem Trainer auf die Technik und hole medizinischen Rat ein, wenn die Beschwerden anhalten.
Die richtige Griffgröße muss sich nicht irgendwie „besonders“ anfühlen. Wenn sich der Schläger nicht verdreht, deine Hand sich bequem um den Griff bewegen kann und du keine unnötige Kraft zur Kontrolle brauchst, passt die Größe wahrscheinlich zu dir. Bist du unsicher, teste den Schläger bei verschiedenen Schlägen. Ob er angenehm ist, zeigt sich nicht nur beim Halten, sondern auch im Spiel.