Tennisschläger für Anfänger: Wie viel Gramm sind sinnvoll?
Du hast beschlossen, mit dem Tennis anzufangen? Erst mal: gute Entscheidung! Tennis fordert Kondition, Technik und Geduld. Zu den ersten Dingen, die du dafür brauchst, gehört natürlich ein Tennisschläger. Und sein Gewicht ist einer der wichtigsten Punkte bei der Auswahl. Vielleicht gefällt dir eine bestimmte Marke, eine Farbe oder das Modell, mit dem dein Lieblingsprofi spielt. Aber bevor du zugreifst: einmal kurz durchatmen.
Viele Anfänger entscheiden sich für einen schweren Schläger und denken: „Daran gewöhne ich mich schon.“ Gerade in den ersten Wochen kann dir das allerdings zusätzliche Ermüdung in Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter bescheren. Klar, dein Körper muss sich erst an die neue Belastung gewöhnen. Aber warum solltest du es ihm unnötig schwer machen?
Mit einem passenden Schlägergewicht fällt dir das Lernen in der Regel leichter als mit einem zu schweren Modell. Deshalb gleich die kurze Antwort: Für erwachsene Anfänger sind 260–280 Gramm häufig ein guter Ausgangspunkt. Gemeint ist das Gewicht ohne Besaitung. In Produktbeschreibungen findest du dafür oft die Angabe „unstrung weight“. Mit Saiten, Overgrip und gegebenenfalls einem Vibrationsdämpfer kommt noch etwas Gewicht dazu.
Eine einzige Zahl passt allerdings nicht zu jedem. Deine Kraft, deine Spielhäufigkeit, bisherige Sporterfahrung und sogar die Gewichtsverteilung des Schlägers beeinflussen die Wahl.
Warum ist das Gewicht eines Tennisschlägers so wichtig?
Ein schwererer Schläger bringt beim Ballkontakt mehr Masse mit. Bei einem sauberen Schlag lässt sich der Ball dadurch leichter beschleunigen, und der Schläger wird beim Aufprall weniger aus seiner Position gedrückt. Gleichzeitig kostet es mehr Kraft, ihn ein ganzes Match lang zu beschleunigen, aufzuschlagen oder im letzten Moment die Richtung zu ändern.
Leichte Schläger fühlen sich anfangs dagegen sehr wendig an. Am Netz bist du schneller bereit, und der Wechsel zwischen Vorhand und Rückhand fällt leichter. Ist der Schläger allerdings zu leicht, kann ihm bei harten Bällen die Stabilität fehlen. Dann versuchst du womöglich, mit übermäßig viel Armeinsatz trotzdem Länge in deine Schläge zu bekommen.
Dein Ziel als Anfänger ist also nicht, den allerleichtesten Schläger zu finden. Du suchst einen Schläger, den du gut kontrollieren kannst und der sich beim Ballkontakt trotzdem nicht wie ein Spielzeug anfühlt.

Welche Gewichtsbereiche eignen sich für Anfänger?
| Spielerprofil | Geeigneter Bereich zum Einstieg, unbesaitet | Warum? |
|---|---|---|
| Die meisten erwachsenen Frauen und Erwachsene mit leichterem Körperbau | 250–270 g | Lässt sich leicht schwingen und ermüdet den Arm beim Techniklernen weniger. |
| Die meisten erwachsenen Männer und Spieler mit durchschnittlicher Kraft | 260–280 g | Bietet zum Einstieg einen ausgewogenen Kompromiss aus Wendigkeit und Stabilität. |
| Kräftige Erwachsene, die regelmäßig Sport treiben | 275–290 g | Bleibt beim Ballkontakt stabiler und kann zum Einstieg trotzdem gut beherrschbar sein. |
| Kinder und Jugendliche | Abhängig von Alter und Körpergröße | Neben dem Gewicht muss auch die Schlägerlänge passen. |
Diese Bereiche sind keine festen Regeln, sondern eine Orientierung für den Einstieg. Wenn du schon lange Krafttraining machst, kommst du mit einem 285-Gramm-Schläger vielleicht bestens zurecht. Ohne Erfahrung in Rückschlagsportarten können 300 Gramm dagegen anfangs unnötig anstrengend sein.
Sind 300 Gramm für Anfänger zu schwer?
Für viele Anfänger kann das tatsächlich noch etwas früh sein. Ein Schläger mit 300 Gramm unbesaitetem Gewicht kommt mit Saiten und Overgrip auf ungefähr 315–320 Gramm. Solche Modelle vermitteln ein sattes Schlaggefühl, können aber gerade bei zu spät getroffenen Bällen Handgelenk und Ellenbogen stärker belasten.
Vielleicht denkst du gerade: „Was sollen 15 oder 20 Gramm schon ausmachen?“ Verständlicher Gedanke. Nur schwingst du den Schläger beim Versuch, den Ball im richtigen Winkel zu treffen, eben nicht bloß zehn- oder fünfzehnmal. Über eine ganze Einheit machen auch kleine Gewichtsunterschiede etwas aus.
Trotzdem wäre „300 Gramm kommen auf keinen Fall infrage“ zu pauschal. Wenn du kräftig bist, regelmäßig Sport treibst und den Schläger beim Ausprobieren problemlos beschleunigen kannst, kann er durchaus passen. Ein wichtiger Praxistest: Wenn du nach einer Stunde Unterricht beim Aufschlag oder bei hohen Bällen den Arm nicht mehr richtig oben halten kannst, ist dir der Schläger zu schwer.
Beim ersten Schläger ist es sinnvoll, dir möglichst viel Raum zum Techniklernen zu geben. Auf ein schwereres Modell kannst du später immer noch umsteigen, wenn deine Ansprüche an Power und Kontrolle wachsen.
Das Gewicht im Katalog und das Gefühl in der Hand
Die Grammzahl auf dem Etikett erzählt nur einen Teil der Geschichte. Zwei Schläger mit jeweils 270 Gramm können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe.
Der Balancepunkt
Liegt mehr Gewicht im Schlägerkopf, fühlt sich der Schläger kopflastig an. Das kann zusätzliche Power bringen, macht eine schnelle Schlagvorbereitung aber unter Umständen schwieriger. Liegt das Gewicht stärker am Griff, spricht man von einem grifflastigen Schläger. Er fühlt sich wendiger an, kann bei gleichem Gesamtgewicht im Ballkontakt allerdings etwas weniger satt wirken.
Für viele Anfänger ist eine ausgewogene oder leicht grifflastige Balance während der Lernphase angenehmer.
Swingweight: das Gewicht, das du beim Schwingen spürst
Das Swingweight, auf Deutsch Schwunggewicht, beschreibt, wie schwer sich ein Schläger in Bewegung anfühlt. Es geht also um mehr als die Zahl auf der Waage. Ein kopflastiges 270-Gramm-Modell mit hohem Swingweight kann anstrengender zu spielen sein als ein anderer Schläger mit 285 Gramm.
Halte den Schläger im Laden deshalb nicht nur kurz in der Hand. Probiere auch ein paar Aufschlagbewegungen und Vorhandschwünge aus.

Ein passendes Gewicht allein reicht noch nicht
Selbst wenn das Gewicht stimmt, beeinflussen die übrigen Eigenschaften dein Spiel deutlich.
- Schlägerkopfgröße: Für Anfänger sind 100–105 Quadratzoll häufig eine fehlerverzeihende Wahl. Der optimale Treffbereich, der sogenannte Sweetspot, ist größer. Dadurch gelingen auch Bälle leichter, die du nicht genau mittig triffst.
- Griffstärke: Ein zu dünner Griff kann dazu führen, dass sich der Schläger in deiner Hand verdreht. Ein zu dicker Griff kann die Beweglichkeit des Handgelenks einschränken. Als erster praktischer Check sollte beim Umgreifen ungefähr ein Finger zwischen deine Fingerspitzen und den Handballen passen.
- Saitenbild: Ein offeneres Saitenbild wie 16×19 kann Spin und leicht verfügbare Power unterstützen. Für viele Anfänger ist das eine gängige und unkomplizierte Wahl.
- Rahmensteifigkeit: Sehr steife Schläger können dem Ball viel Tempo mitgeben, sich bei empfindlichen Ellenbogen aber weniger angenehm anfühlen. Wenn du schon einmal einen Tennisellenbogen hattest, achte deshalb neben dem Gewicht auch auf den Spielkomfort und die Saitenwahl.
Ein schneller Praxistest im Laden oder auf dem Platz
Mein erster Tipp vor dem Kauf: Geh möglichst in ein Geschäft, das sich wirklich mit Tennis auskennt. Dort bekommst du oft eine passendere Beratung und kannst Schläger unter Umständen auch ausprobieren.
Frag nach Möglichkeit nach einem Testschläger. Fünf Minuten in der Hand halten sagen weniger aus als eine Unterrichtsstunde oder eine kurze Einheit mit echten Ballwechseln. Manche Tennisgeschäfte haben auch kleine Testbereiche, in denen du ein paar Bälle schlagen kannst.
Achte beim Ausprobieren auf diese Punkte:
- Kannst du den Schläger bei Vorhand und Rückhand rechtzeitig beschleunigen?
- Vibriert er bei hart ankommenden Bällen stark in deiner Hand?
- Ermüden Schulter und Unterarm nach mehreren Aufschlägen schnell?
- Musst du ständig übermäßig viel Kraft einsetzen, um den Ball bis an die Grundlinie zu spielen?
Ein zu leichter Schläger wirkt beim Ballkontakt häufig instabil und vibrationsanfällig. Ein zu schwerer bremst deinen Schwung, und du kommst öfter zu spät. Beim passenden Gewicht spürst du den Schläger deutlich, kannst ihn aber rechtzeitig zum Ball bringen.
Zwei typische Fehler
„Wenn ein Profi damit spielt, passt er auch zu mir“
Profischläger sind häufig schwerer, haben kleinere Köpfe und sind anspruchsvoller zu spielen. Außerdem ist das Modell im Katalog nicht unbedingt identisch mit dem individuell angepassten Schläger des Profis.
Für Anfänger kann so ein Modell deshalb eine der anstrengendsten Möglichkeiten sein, ins Tennis einzusteigen. Beim ersten Schläger ist es die bessere Investition, entspannt lernen zu können.
Einen besonders leichten Schläger kaufen, nur um das Handgelenk zu schonen
Sehr leichte Erwachsenenschläger mit etwa 220–240 Gramm fühlen sich beim ersten Anfassen angenehm unkompliziert an. Fehlt beim Ballkontakt aber die Stabilität, versuchst du möglicherweise, den Schlag mit zusätzlichem Armeinsatz auszugleichen. Dauerhafter Komfort ist damit also nicht automatisch garantiert.
Such nach einer guten Balance zwischen geringem Gewicht und Stabilität.
Fazit: Was ist beim ersten Schläger eine sinnvolle Wahl?
Wenn du als Erwachsener mit Tennis anfängst, sind 260–280 Gramm unbesaitetes Gewicht, eine Kopfgröße von 100–105 Quadratzoll und die passende Griffstärke in vielen Fällen ein sinnvoller Einstieg. Bei leichterem Körperbau kannst du dich im Bereich von 250–270 Gramm umsehen. Bist du kräftig und treibst regelmäßig Sport, können auch 275–290 Gramm passen.
Letztlich kaufst du keinen Schläger, den du für den Rest deines Lebens spielen musst. Wenn deine Technik besser wird und du merkst, dass du wirklich dabeibleiben möchtest, kannst du später andere Modelle ausprobieren. Gleich beim ersten Kauf sehr viel Geld auszugeben, ist deshalb nicht unbedingt die beste Investition. Einen Teil des Budgets in Einzelstunden zu stecken, kann dir beim Lernen mehr bringen.
Ähnliche Überlegungen zum Gewicht gelten auch für andere Rückschlagsportarten. Wenn dich das interessiert, schau in unseren Artikel Wie wählst du einen Pickleball-Schläger aus? oder stöbere durch die anderen Guides in unserer Kategorie Rückschlagsportarten.
Häufige Fragen
Wie viel sollte ein Tennisschläger für Anfängerinnen wiegen?
Ein üblicher Einstiegsbereich liegt bei 250–270 Gramm ohne Besaitung. Wer bereits eine gute sportliche Grundlage mitbringt, kann auch mit ungefähr 275 Gramm gut zurechtkommen.
Wie viel sollte ein Tennisschläger für männliche Anfänger wiegen?
Für die meisten erwachsenen Männer sind 260–280 Gramm ein guter Ausgangspunkt. Kräftige Spieler, die regelmäßig Sport treiben, können auch 285–290 Gramm in Betracht ziehen.
Wie viel Gewicht kommt durch die Besaitung dazu?
Zusammen mit Saiten, Overgrip und Vibrationsdämpfer können je nach Schläger ungefähr 15–25 Gramm dazukommen.
Kann man mit einem schweren Schläger härter schlagen?
Bei sauberer Technik und ausreichend Schwunggeschwindigkeit kann ein schwererer Schläger mehr Stabilität und Masse in den Ballkontakt bringen. Ist er für dich allerdings zu schwer, sinkt deine Schwunggeschwindigkeit, und der Vorteil geht verloren.