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Wassersport

Was ist Gerätetauchen? Was du vor deinem ersten Tauchgang wissen solltest

Advenway 26. August 2026 Aktualisiert am 3. Oktober 2026 Teilen f W X P @
Taucher mit Gerätetauchausrüstung atmet im flachen Wasser durch den Atemregler: Maske, BCD und Tauchflasche

Das Ungewöhnlichste am Gerätetauchen ist eigentlich nicht die Tiefe. Wenn du zum ersten Mal unter Wasser gehst, versucht dein Kopf ein paar Minuten lang, etwas ganz Einfaches zu begreifen: Du bist unter Wasser und kannst trotzdem ganz normal atmen.

Anfangs fühlt sich das Atmen durch den Atemregler vielleicht etwas seltsam an. Die Ausrüstung wirkt schwer, und eine Maske vor dem Gesicht ist ungewohnt. Nach ein paar Minuten rückt vieles davon aber in den Hintergrund. Dann fängst du an, dich umzusehen. Genau da liegt ein Teil dessen, was das Tauchen so spannend macht.

Vor dem Einstieg solltest du allerdings ein paar wichtige Dinge wissen. Denn Gerätetauchen ist etwas mehr, als eine Flasche auf den Rücken zu schnallen und ins Meer zu gehen.

Was ist Gerätetauchen?

Beim Gerätetauchen, auch Scuba Diving genannt, trägt die tauchende Person ihr Atemsystem für den Aufenthalt unter Wasser selbst mit sich. Daher kommt auch die Abkürzung SCUBA: Self-Contained Underwater Breathing Apparatus.

In der Flasche auf deinem Rücken befindet sich komprimierte Luft. Der Atemregler reduziert ihren Druck auf ein Niveau, bei dem du sie atmen kannst. Das Tarierjacket, auch BCD genannt, hilft dir, deinen Auftrieb zu kontrollieren: beim Abtauchen, Aufsteigen und beim möglichst stabilen Schweben unter Wasser. Dazu kommen eine Maske, Flossen, ein Gewichtssystem und ein Tauchcomputer.

Auf den ersten Blick sieht das vielleicht kompliziert aus. In der Ausbildung musst du aber nicht alles gleichzeitig lernen. Wenn du die Ausrüstung Stück für Stück kennenlernst, wird das System gut verständlich.

Ist Gerätetauchen dasselbe wie Apnoetauchen?

Nein.

Beim Apnoetauchen holst du an der Oberfläche einmal Luft, tauchst ab und kehrst wieder zurück. Beim Gerätetauchen atmest du dagegen weiter aus der mitgeführten Luftversorgung. Dadurch kannst du wesentlich länger unter Wasser bleiben.

Eine Flasche bedeutet aber nicht, dass du beliebig lange unten bleiben kannst. Dein Luftverbrauch verändert sich mit der Tiefe. Außerdem bestimmt neben der verbleibenden Luft auch dein Tauchprofil, wie lange der Tauchgang dauern darf. Beide Sportarten finden im selben Umfeld statt, funktionieren aber ziemlich unterschiedlich.

Brauchst du für den ersten Tauchgang einen Tauchschein?

Wenn du Gerätetauchen erst einmal ausprobieren möchtest, meist nicht. Viele Tauchbasen bieten Schnuppertauchen oder Programme unter der Bezeichnung Discovery Dive an. Dabei machst du mit einer Tauchlehrkraft einen kurzen Tauchgang in einem kontrollierten Bereich.

Wenn du regelmäßig tauchen möchtest, brauchst du eine Ausbildung. Der PADI Open Water Diver ist einer dieser Einstiegskurse. Auch SSI und CMAS bieten entsprechende Ausbildungssysteme an.

Wichtiger als die Wahl der Organisation sind für mich die Tauchbasis und die Lehrkraft. Gerade beim ersten Erlebnis kann eine ruhige Person, die dir Zeit lässt und verständlich erklärt, was du machst, viel mehr ausmachen als das Logo auf deinem Tauchschein.

Wie läuft der erste Tauchgang ab?

Dein erster Tauchgang wird wahrscheinlich nicht damit beginnen, dass du direkt vom Boot springst und auf 15 Meter abtauchst.

Zuerst lernst du die Ausrüstung kennen.

Du übst, durch den Atemregler zu atmen, und erfährst, wie du Maske, Flossen und Tarierjacket benutzt. Danach gewöhnst du dich in flachem Wasser oder einem kontrollierten Bereich an die neue Umgebung.

Für mich ist das Atmen in den ersten Minuten das interessanteste Gefühl. Dein Kopf ist unter Wasser, und trotzdem atmest du weiter. Sich daran zu gewöhnen, kann etwas dauern.

Wenn du irgendwann nicht mehr nur an die Ausrüstung denkst, sondern Fische und Umgebung beobachtest, verändert sich das Erlebnis. Beim ersten Tauchgang geht es ohnehin nicht um einen Tiefenrekord.

Kannst du dich unter Wasser wohlfühlen? Das ist die eigentliche Frage.

Musst du schwimmen können?

Du musst kein herausragender Schwimmer sein. Du solltest dich aber im Wasser wohlfühlen. Einige Einsteigerkurse verlangen, dass du eine bestimmte Strecke schwimmen und dich eine gewisse Zeit an der Oberfläche halten kannst. Damit sollst du nicht auf einen Schwimmwettkampf vorbereitet werden.

Wenn du im Meer panisch wirst, sobald du keinen Boden mehr unter den Füßen hast, wird auch der Einstieg ins Tauchen nicht besonders entspannt. Gewöhn dich deshalb zuerst ans Wasser und beginne danach mit dem Tauchen.

Den Druck auf den Ohren lernst du beim ersten Tauchgang kennen

Wahrscheinlich spürst du schon auf den ersten Metern Druck in den Ohren. Es ähnelt dem Gefühl beim Landeanflug im Flugzeug, kann sich beim Tauchen aber schneller verändern. Deshalb lernst du den Druckausgleich.

Eine einfache Regel dabei:

Wenn es wehtut, tauchst du nicht weiter ab.

Du hältst an, versuchst den Druck auszugleichen und gehst erst weiter, wenn das Problem gelöst ist. Eile hilft beim Tauchen ohnehin selten.

Hältst du beim Gerätetauchen den Atem an?

Nein.

Eine der grundlegendsten Regeln ist, normal und ohne Unterbrechung weiterzuatmen. Weil sich mit der Tiefe auch der Umgebungsdruck verändert, kann das Anhalten des Atems gefährlich sein.

Die vom Apnoetauchen bekannte Idee „Luft anhalten und abtauchen“ gilt hier also nicht. Du atmest ruhig und kontinuierlich weiter. Dass du beim ersten Tauchen vor Aufregung etwas schneller atmest, ist ganz normal.

Wie lange reicht die Luft in der Flasche?

Eine feste Aussage wie „Eine Flasche reicht 45 Minuten“ wäre nicht sinnvoll. Der Luftverbrauch unterscheidet sich von Person zu Person. Tiefe, Strömung, körperliche Anstrengung, Aufregung und Atemverhalten beeinflussen die Dauer.

Wer zum ersten Mal taucht, verbraucht häufig schneller Luft als erfahrene Taucherinnen und Taucher. Man ist etwas angespannt, bewegt sich weniger effizient und versucht, alles um sich herum im Blick zu behalten.

Wenn du mit der Zeit ruhiger wirst und dich entspannter bewegst, sinkt meist auch der Luftverbrauch. Die verbleibende Luft wird während des Tauchgangs regelmäßig kontrolliert.

Tiefer ist nicht automatisch besser

Manche denken am Anfang:

Wenn 10 Meter gut sind, sind 20 Meter besser.

So funktioniert das nicht.

Ein Tauchgang auf 6–7 Metern kann schöner sein als ein anderer in deutlich größerer Tiefe. Wenn die Sicht gut ist, es viel Unterwasserleben gibt und du dich wohlfühlst, wird die Tiefe schnell nebensächlich.

Am Anfang bringt es dir ohnehin mehr, an deiner Tarierung und Atmung zu arbeiten, statt dich auf die Tiefe zu konzentrieren. Beim PADI Open Water Diver liegt die maximale Ausbildungstiefe bei etwa 18 Metern. Das bedeutet aber nicht, dass du diese Tiefe schon bei deinen ersten Tauchgängen erreichen musst.

Wie tief sind die Tauchplätze in der Türkei? Von den 276 Plätzen auf der Advenway-Tauchkarte ist bei 182 eine maximale Tiefe hinterlegt. Die Verteilung sieht so aus:

Maximale Tiefe Anzahl der Tauchplätze
Bis 10 Meter 16
11–20 Meter 43
21–30 Meter 61
31–40 Meter 41
Tiefer als 40 Meter 21

Bei 47 dieser Plätze beträgt die maximale Tiefe höchstens 18 Meter. Sie liegen damit innerhalb der Tiefengrenze der Einstiegsausbildung. Die übrigen Plätze sind deshalb nicht automatisch für Anfänger ungeeignet: Ein Tauchgang wird nach deinen Grenzen geplant, nicht nach dem tiefsten Punkt des Tauchplatzes. Einzelne Tiefenangaben findest du auf der Tauchkarte und in der Tauchplatzliste. Für regionale Informationen kannst du unsere Artikel zu Kaş, Bodrum und Fethiye lesen.

Du musst nicht sofort die komplette Tauchausrüstung kaufen

Am Anfang brauchst du keine große Einkaufstour. In Tauchbasen lässt sich der Großteil der Ausrüstung ausleihen oder ist im Kurspaket enthalten.

Diese Ausrüstung wirst du grundsätzlich verwenden:

Ausrüstung Aufgabe
Maske Ermöglicht dir, unter Wasser zu sehen
Flossen Erleichtern die Fortbewegung
Atemregler Ermöglicht dir, die Luft aus der Flasche zu atmen
Tarierjacket / BCD Unterstützt die Auftriebskontrolle
Tauchflasche Enthält die Atemluft
Gewichte Helfen, den Auftrieb auszugleichen
Tauchcomputer Zeigt Tiefe und Tauchzeit an
Tauchanzug Schützt vor Kälte und Umwelteinflüssen

Wenn du merkst, dass dir Tauchen wirklich gefällt, kannst du nach und nach eigene Ausrüstung kaufen. Eine Maske ist häufig ein guter Anfang, weil sie zu deinem Gesicht passen muss. Schon vor dem ersten Schnuppertauchgang eine komplette Ausstattung zu kaufen, ist dagegen wenig sinnvoll.

Ist Gerätetauchen sehr anstrengend?

Die meisten Sporttauchgänge verlangen nicht ständig hohe körperliche Anstrengung. Wenn du lernst, dich unter Wasser richtig zu bewegen, bist du oft ziemlich ruhig unterwegs.

Der Ein- und Ausstieg kann allerdings genauso anstrengend sein wie der Tauchgang selbst. Mit der Ausrüstung vom Ufer ins Wasser zu gehen, gegen Strömung anzukommen oder bei Wellengang aus dem Wasser aufs Boot zu steigen, verändert die körperlichen Anforderungen.

Deshalb solltest du Tauchen nicht als „einfach nur Schwimmen“ betrachten. Werden die Bedingungen schlechter, kann es deutlich anspruchsvoller werden.

Gerätetauchen und Gesundheit

Der Druck ist einer der Aspekte, die Tauchen von vielen anderen Sportarten unterscheiden. Von den Ohren bis zur Lunge arbeitet dein Körper in einer anderen Umgebung.

Deshalb kann vor der Ausbildung ein Gesundheitsfragebogen verlangt werden. Bei bestimmten Herz-, Lungen-, Ohren- oder Nebenhöhlenproblemen kann eine ärztliche Abklärung nötig sein.

„Ich gehe doch nur ein paar Meter runter“ ist dabei kein guter Maßstab. Wenn du vor dem Einstieg gesundheitliche Fragen oder Zweifel hast, ist eine ärztliche Beratung mit tauchmedizinischer Fachkenntnis der sicherste Weg.

Der erste Tauchplatz macht wirklich einen Unterschied

Wo du zum ersten Mal tauchst, kann dein Erlebnis stark beeinflussen. Ein Tauchgang in einer ruhigen Bucht mit guter Sicht ist etwas anderes als einer bei starker Strömung und schlechter Sicht.

Tauchgang in einer flachen Bucht – Einsteigertauchen an der türkischen Küste (Symbolbild)
Für den Einstieg ideal: eine ruhige, flache Bucht mit guter Sicht.

Für deinen ersten Versuch ist ein Platz angenehmer, der möglichst:

  • ruhig ist,
  • einen einfachen Ein- und Ausstieg bietet,
  • gute Sicht hat,
  • für den Einstieg geeignet ist.

Der „beste Tauchplatz der Türkei“ muss deshalb nicht automatisch der beste Platz für deinen ersten Tauchgang sein.

Was, wenn ich unter Wasser panisch werde?

Das kann passieren.

Manche fühlen sich vom ersten Moment an wohl. Andere werden überraschend angespannt, sobald sie die Maske aufsetzen und das Gesicht ins Wasser halten. Das bedeutet nicht, dass du nicht tauchen kannst.

Manchmal machen schon ein paar Minuten Atmen durch den Atemregler in flachem Wasser einen großen Unterschied. Hier zeigt sich auch der Wert einer guten Tauchlehrkraft: Sie sollte dir Zeit zum Eingewöhnen geben, statt dich zum Abtauchen zu drängen. Beim ersten Tauchgang musst du niemandem etwas beweisen. Wenn du dich unwohl fühlst, kannst du aufhören.

Ist der Einstieg ins Gerätetauchen teuer?

Wenn du es erst einmal ausprobieren möchtest, brauchst du keine große Investition in Ausrüstung. Beim Schnuppertauchen stellt die Tauchbasis die Ausrüstung meist bereit.

Größere Kosten entstehen eher, wenn du regelmäßig tauchst. Eigene Maske, Flossen, Tauchcomputer, Anzug, Tarierjacket und Atemregler können das Budget nach und nach wachsen lassen.

Dazu kommen Reisen. Wenn du in Kaş, Bodrum oder anderen Ländern tauchst, können die Reisekosten sogar höher sein als die Ausrüstungskosten. Geh deshalb zuerst ein paarmal tauchen. Wenn du wirklich dabei bleiben möchtest, kannst du deine Ausrüstung später zusammenstellen.

Was du vor dem Einstieg im Kopf behalten solltest

Für deinen ersten Gerätetauchgang musst du nicht jede Menge Technik auswendig lernen. Für den Anfang reichen ein paar Punkte:

  • Du musst kein Spitzenschwimmer sein, solltest dich aber im Wasser wohlfühlen.
  • Beim ersten Tauchgang geht es nicht darum, möglichst tief zu kommen.
  • Bei Ohrenschmerzen tauchst du nicht weiter ab.
  • Beim Gerätetauchen hältst du den Atem nicht an.
  • Du musst nicht am ersten Tag eigene Ausrüstung kaufen.
  • Lass gesundheitliche Zweifel vorab abklären.
  • Eine gute Tauchlehrkraft macht für dein erstes Erlebnis einen großen Unterschied.

Den Rest lernst du in der Ausbildung.

Lohnt es sich, Gerätetauchen auszuprobieren?

Wenn du dich im Meer wohlfühlst, gehört Tauchen für mich zu den Sportarten, die man zumindest einmal ausprobieren kann. Es ist ein anderes Erlebnis als Schwimmen. Nur wenige Meter unter einer Stelle, über die du mit dem Boot fährst oder auf die du vom Ufer aus schaust, kann eine völlig andere Umgebung liegen.

In den ersten Minuten denkst du an die Ausrüstung.

Dann an deine Atmung.

Irgendwann hörst du auf, ständig darüber nachzudenken, und siehst dich um. Wahrscheinlich beginnt genau dort das eigentliche Taucherlebnis.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Tauchausbildung. Techniken und Sicherheitsverfahren des Gerätetauchens müssen unter Anleitung einer qualifizierten Tauchlehrkraft erlernt werden.

Häufige Fragen

Ist Gerätetauchen gefährlich?

Gerätetauchen bringt Risiken durch Druck, Ausrüstung und die Unterwasserumgebung mit sich. Ausbildung, das Einhalten der eigenen Grenzen und geeignete Ausrüstung bilden die Grundlage dafür, diese Risiken zu kontrollieren.

Wie tief geht es beim ersten Tauchgang?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Beim Schnuppertauchen kann die Tiefe je nach Ausbildungssystem, Tauchbasis und Bedingungen variieren. Das Ziel des ersten Tauchgangs ist nicht die maximale Tiefe.

Wie tief darfst du mit einem Open-Water-Tauchschein tauchen?

Beim PADI Open Water Diver beträgt die maximale Ausbildungstiefe 18 Meter. Bei anderen Organisationen und Altersgruppen können andere Grenzen gelten.

Musst du für Gerätetauchen gut schwimmen können?

Du musst kein besonders guter Schwimmer sein, solltest dich aber im Wasser wohlfühlen. In Zertifizierungskursen können grundlegende Schwimmfähigkeiten und die Fähigkeit, sich an der Oberfläche zu halten, verlangt werden.

Hältst du beim Gerätetauchen den Atem an?

Nein. Normal und ohne Unterbrechung zu atmen, gehört zu den grundlegenden Sicherheitsregeln.

Musst du vor dem ersten Tauchgang Ausrüstung kaufen?

Meist nicht. Beim Schnuppertauchen und in Einstiegskursen kannst du Ausrüstung von der Tauchbasis leihen, oder sie ist im Paket enthalten.

Brauchst du eine ärztliche Bescheinigung fürs Gerätetauchen?

Nicht unbedingt in jedem Fall. Wenn im Gesundheitsfragebogen bestimmte Angaben gemacht werden, kann jedoch eine ärztliche Untersuchung verlangt werden.

Autor Advenway IG P YT f X

Ich habe Advenway aus meiner Begeisterung für Outdoorsport, Laufen und Ausrüstung gegründet. Hier teile ich, was ich recherchiere, ausprobiere und lerne – möglichst verständlich und persönlich.

Ich bin weder Profisportler noch Trainer. Ich bin einfach jemand, der Fragen gern auf den Grund geht und Neues ausprobiert. Genau daraus ist Advenway entstanden.