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Wassersport

Was ist Rudern? Lieber auf dem Ergometer oder direkt auf dem Wasser anfangen?

Advenway 6. August 2026 Aktualisiert am 24. Oktober 2026 Teilen f W X P @
Was ist Rudern?

In den letzten Jahren ist Rudern in der Türkei immer beliebter geworden. Früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang sieht man inzwischen vielerorts Menschen auf dem Wasser rudern.

Leider wird der Sport im Internet von manchen als „Methode, Büroangestellten das Geld aus der Tasche zu ziehen“ abgetan. Das sehe ich ganz anders. Wenn ein Sport dabei hilft, den Alltagsstress hinter sich zu lassen, kann ich daran wenig Schlechtes finden. Mir ist es jedenfalls deutlich lieber, dass mehr Menschen einen sinnvollen Sport entdecken, als dass der nächste fragwürdige Trend durch die sozialen Medien geistert.

Wer mit dem Rudern anfangen möchte, stellt sich allerdings oft dieselbe Frage:

„Sollte ich erst ins Fitnessstudio gehen oder gleich auf dem Wasser lernen?“ Als ich angefangen habe, mich einzulesen, hat das Internet die Sache zunächst eher komplizierter gemacht. Die einen meinten, man müsse zuerst auf dem Ergometer üben. Die anderen sagten: „Rudern ist ein Wassersport. Das lernt man nicht im Fitnessstudio.“

Und wie bei jedem neuen Thema kamen gleich noch ein paar unbekannte Begriffe dazu: Erg, Sculling, Sweep, Catch … Manchmal verstehe ich sehr gut, warum es heißt: „Unwissenheit ist ein Segen.“ Oder auch: „Nicht zu viel nachdenken, einfach machen.“ Falls du gerade vor derselben Entscheidung stehst wie ich damals, versuche ich, etwas Ordnung in die offenen Fragen zu bringen.

Fangen wir also ganz vorne an.

Was ist Rudern?

Ganz einfach gesagt ist Rudern die Kunst, ein Boot mithilfe von Rudern vorwärtszubewegen. Ganz so leicht, wie es von außen aussieht, ist es allerdings nicht. Viele denken zunächst, beim Rudern komme die Kraft ausschließlich aus den Armen. Tatsächlich stammt bei einem technisch sauberen Ruderschlag ein großer Teil der Kraft aus den Beinen.

Ergometer und Rudern auf dem Wasser: ein Mann am Rudergerät im Studio und ein Ruderer im Boot bei Sonnenuntergang

Das mag dich überraschen. Mich hat es jedenfalls überrascht. Arme, Rücken und Schultern hat man schnell auf dem Zettel. Dass die Beine eine so große Rolle spielen, ist beim ersten Gedanken daran schon interessant.

Beim Ruderschlag leiten die Beine den Druck ein. Hüfte und Rumpf übertragen die Kraft auf das Boot. Erst am Ende vervollständigen die Arme die Bewegung. Rudern gehört damit zu den Ganzkörpersportarten, die mehrere Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen:

  • Beine
  • Gesäß
  • Rücken
  • Bauch
  • Schultern
  • Arme

Genau das macht den Sport so besonders. Er ist anstrengend, aber gleichzeitig unglaublich befriedigend. Wenn du regelmäßig ruderst, verbessern sich deine Kondition und deine allgemeine körperliche Gesundheit spürbar.

Warum ist Rudern in den letzten Jahren so beliebt geworden?

Natürlich spielen die sozialen Medien dabei eine Rolle. Viele Menschen probieren heute gerne neue Sportarten aus. Das ist aber nicht der einzige Grund.

Rudern: Gleichgewicht im Boot, ein Ruderer im Einer auf ruhigem Wasser

Aus gesundheitlicher Sicht belastet Rudern die Gelenke deutlich weniger, als du vielleicht vermutest.

Beim Laufen wirken beispielsweise mit jedem Schritt Kräfte auf Knie und Sprunggelenke, die ein Mehrfaches deines Körpergewichts betragen. Beim Rudern lässt sich diese Belastung wesentlich kontrollierter gestalten. Wenn dich interessiert, wie Laufschuhe mit dieser Belastung umgehen, schau in unseren Ratgeber zur Stack Height.

Deshalb entdecken viele das Rudern für sich, die ihre Kondition verbessern möchten, ohne ihre Gelenke unnötig zu beanspruchen. Ein weiterer Grund ist der Energieverbrauch. Schon bei einem Rudertraining mit mittlerer Intensität verbrauchst du womöglich mehr Energie, als du denkst. Gleichzeitig trainierst du dein Herz-Kreislauf-System und arbeitest an Kraft und Ausdauer.

Für mich ist allerdings die mentale Seite besonders wichtig. Auf dem Wasser zu rudern, fühlt sich für viele fast wie Meditation an. Kein Handy. Kein Benachrichtigungston. Kein Stadtlärm. Nur das Wasser und der Rhythmus der Ruder …

Irgendwann wird dir das Geräusch der eintauchenden und wieder aus dem Wasser kommenden Ruder so vertraut, dass das Durcheinander im Kopf langsam leiser wird. Ich glaube, genau das ist der Teil am Rudern, der einen immer wieder aufs Wasser zieht.

Und was ist ein Erg?

„Erg“ ist die Kurzform von Ruderergometer. Gemeint sind die Rudergeräte, die du aus dem Fitnessstudio kennst.

Sie sind natürlich kein vollständiger Ersatz für ein echtes Boot. Sie wurden aber entwickelt, um die Ruderbewegung möglichst realistisch nachzubilden.

Auch Profis verbringen einen beträchtlichen Teil ihres Trainings auf dem Ergometer, wenn sie im Winter oder wegen des Wetters nicht aufs Wasser können.

Die Vorteile des Ergometers

Für den Einstieg macht ein Ergometer vieles einfacher. Der größte Vorteil zeigt sich beim Gleichgewicht.

Wenn du zum ersten Mal in einem Ruderboot sitzt, kann es ungewohnt sein, die Balance zu halten. Das bedeutet nicht, dass du zwangsläufig im Wasser landest. Dass du in den ersten Minuten trotzdem das Gefühl hast, es könnte jeden Moment passieren, ist ganz normal. Keine Sorge: Nach ein paar Trainingseinheiten lässt dieses Gefühl weitgehend nach.

Auf dem Ergometer kannst du dich dagegen ganz auf deine Technik konzentrieren. Außerdem kannst du:

  • unabhängig vom Wetter trainieren,
  • zu einer Zeit trainieren, die dir passt,
  • Distanz und Tempo verfolgen,
  • deine Herzfrequenz im Blick behalten,
  • kontinuierlich deine Kondition aufbauen.

Wenn du dir eine solide körperliche Grundlage erarbeiten möchtest, ist das Ergometer also ein sehr nützliches Trainingsgerät.

Die Nachteile des Ergometers

So gut ein Ergometer als Trainingsgerät funktioniert: Das Wasser kann es nicht vollständig ersetzen. Denn einige Fähigkeiten musst du im Boot lernen:

  • das Boot im Gleichgewicht halten,
  • auf dem richtigen Kurs bleiben,
  • die Ruder aufeinander abgestimmt einsetzen,
  • ein Gefühl für Wind und Wellen entwickeln.

All das kann dir ein Ergometer nicht beibringen. Nur auf dem Gerät zu trainieren, reicht deshalb nicht aus, um auf dem Wasser gut rudern zu können.

Ist es sinnvoll, direkt auf dem Wasser anzufangen?

Meiner Meinung nach: auf jeden Fall. Die meisten Vereine richten ihre Einsteigerkurse ohnehin darauf aus.

In der ersten Stunde setzt dich niemand allein in ein Rennboot. Der Unterricht beginnt normalerweise in stabileren Booten.

Bevor es aufs Wasser geht, lernst du die theoretischen Grundlagen. Anschließend ruderst du unter Anleitung. Dabei werden deine Sitzposition, dein Griff und deine Schlagtechnik laufend überprüft. Fehler werden direkt korrigiert.

Dass du dich am ersten Tag etwas schwertust, ist völlig normal. Schließlich kommt niemand als fertiger Ruderer auf die Welt. Falls du nach der ersten Stunde denkst: „Das schaffe ich nie“, bist du damit ganz sicher nicht allein. Schon nach ein paar Stunden könntest du selbst überrascht sein, wie viel sich getan hat.

Womit solltest du also anfangen?

Die eine richtige Antwort gibt es nicht. Es hängt ganz von deinem Ziel ab. Wenn du vor allem deine Kondition verbessern möchtest, kannst du auf dem Ergometer anfangen. Das bedeutet allerdings nicht, dass dir beim ersten Mal auf dem Wasser automatisch alles leichtfällt.

Ich würde direkt zu einem Verein gehen und dort einen Kurs machen. Am sinnvollsten finde ich aber die Kombination aus beidem: am Wochenende auf dem Wasser trainieren und unter der Woche im Fitnessstudio aufs Ergometer. So können sich Technik und Kondition deutlich schneller entwickeln.

Musst du schon kräftig sein, um mit dem Rudern anzufangen?

Auch diese Frage beschäftigt viele. Nein, du musst nicht besonders kräftig sein, um anzufangen. Wenn du die ausgeprägte Rückenmuskulatur von Profis siehst, denkst du vielleicht unwillkürlich: „So weit bin ich noch lange nicht.“ Lass dich davon nicht abschrecken. Am Anfang erwartet niemand, dass du besonders viel Kraft erzeugst. Dein erstes Ziel sollte sein, die richtige Technik zu lernen. Kraft, Ausdauer und Kondition entwickeln sich mit der Zeit durch das Training.

Für wen eignet sich Rudern?

Ich finde, Rudern kommt für fast jeden infrage. Wenn dir einer dieser Gedanken bekannt vorkommt, lohnt es sich, dem Sport eine Chance zu geben:

  • Du hast vom Laufen gerade genug …
  • Du möchtest Ausdauer trainieren, ohne deine Knie zu stark zu belasten …
  • Du möchtest Kalorien verbrauchen und gleichzeitig kräftiger werden …
  • Du suchst ein neues Hobby oder möchtest neue Menschen kennenlernen …
  • Du verbringst gerne Zeit draußen …

Wie würde ich selbst mit dem Rudern anfangen?

Wenn ich heute anfangen würde, würde ich ohne langes Überlegen einen Anfängerkurs in einem Verein buchen.

Auf der asiatischen Seite von Istanbul gibt es zwischen Kalamış und Maltepe zahlreiche alteingesessene und neuere Rudervereine. Ich bin sicher, dass es auch in Tuzla und Umgebung weitere Möglichkeiten gibt.

Im Sommer kann es etwas schwieriger sein, einen freien Platz zu bekommen. Die Auswahl ist aber wirklich groß. Außerdem sind die Preise nicht so hoch, wie viele vermuten. Nach dem Kurs werden häufig Mitgliedschaftspakete angeboten, durch die die Kosten noch überschaubarer werden. Wenn ich meine Kondition schneller verbessern wollte, würde ich unter der Woche zusätzlich auf dem Ergometer trainieren. Ehrlich gesagt wäre meine Priorität aber, Zeit auf dem Wasser zu verbringen.

Fazit: Der erste Schritt zum Rudern

Dass Rudern in der Türkei immer mehr Menschen erreicht, freut mich wirklich. Wenn du schon länger darüber nachdenkst, habe ich nur einen Rat:

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt, um anzufangen.

Ob du zunächst aufs Ergometer steigst oder direkt aufs Wasser gehst: Entscheidend ist der erste Schritt. Wenn du die Möglichkeit hast, ist die Kombination aus Wassertraining und ergänzenden Einheiten auf dem Ergometer ideal. So kannst du an deiner Technik arbeiten und gleichzeitig deine Kondition deutlich schneller verbessern.

Wenn dein Boot zum ersten Mal leise übers Wasser gleitet und du den Rhythmus der Ruder wirklich spürst, wirst du dir ziemlich sicher nur eine Frage stellen: „Warum habe ich das nicht schon früher ausprobiert?“

Du bist noch unsicher, ob Rudern oder eine andere Sportart besser zu dir passt? Unser Test Finde die passende Sportart für dich zeigt dir mit 7 Fragen Sportarten, die zu deinen Vorlieben passen, und Einstiegsmöglichkeiten in deiner Provinz in der Türkei.

An Tagen, an denen du länger auf dem Wasser unterwegs bist, kann auch die richtige Kleidung nach dem Zwiebelprinzip viel zu deinem Komfort beitragen. Ratgeber zu SUP, Kanusport, Segeln und weiteren Aktivitäten findest du in unserer Kategorie Wassersport.

Autor Advenway IG P YT f X

Ich bin der Gründer von Advenway und schreibe die Inhalte dieser Plattform. Aus meiner Neugier auf Sport, Natur und neue Entdeckungen entstehen Ratgeber zu verschiedenen Sportarten, Tourentipps und Beiträge rund um die Ausrüstung. Dabei teile ich meine Recherchen und persönlichen Erfahrungen verständlich und mit Blick auf das, was dir in der Praxis weiterhilft. Mein Ziel ist es, dich bei gut informierten Entscheidungen zu unterstützen – ob du eine neue Sportart ausprobieren oder dein nächstes Abenteuer planen möchtest.