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Wassersport

Tauchschein machen: Wie geht das und was unterscheidet PADI, SSI und CMAS?

Advenway 30. August 2026 Aktualisiert am 3. Oktober 2026 Teilen f W X P @
Taucher bei einem Freiwassertauchgang über einem Korallenriff

Wenn du mit dem Tauchen anfangen möchtest, stolperst du ziemlich schnell über die Frage nach dem richtigen Tauchschein. Eine Tauchschule bietet PADI-Kurse an, bei der nächsten steht SSI auf der Website, und in der Türkei begegnen dir ständig die Namen CMAS und TSSF. Da liegt die Frage nahe: Welchen Tauchschein soll ich denn nun machen? Zum Glück ist das Ganze weniger kompliziert, als es auf den ersten Blick aussieht. Alle drei Systeme verfolgen im Kern dasselbe Ziel: Du lernst, deine Ausrüstung zu benutzen, dich unter Wasser richtig zu bewegen und innerhalb der Grenzen deiner Ausbildungsstufe sicher zu tauchen. Die Unterschiede liegen vor allem im Aufbau der Ausbildung, in den weiteren Ausbildungsstufen und in der Organisation dahinter.

Was ist ein Tauchschein?

Ein Tauchschein ist ein Zertifikat, das deine abgeschlossene Tauchausbildung und deren Stufe bestätigt. In der Tauchwelt wird dafür auch der Begriff „Brevet“ verwendet. „Tauchschein“ ist die geläufige Bezeichnung, auch wenn es sich nicht um einen Führerschein im klassischen Sinne handelt.

Dabei solltest du Schnuppertauchen und Tauchen mit abgeschlossener Ausbildung auseinanderhalten. Gerade an der türkischen Südküste bieten viele Tauchzentren Schnuppertauchgänge an. Auch ohne jede Vorerfahrung kannst du dort unter Aufsicht eines Tauchlehrers ins Wasser. Aber nur weil du einmal mit einer Tauchflasche abgetaucht bist, hast du noch keine Tauchausbildung absolviert.

Wenn du einen Tauchschein machen möchtest, sieht die Sache anders aus. Dann durchläufst du einen richtigen Kurs mit Theorie, Übungen im Wasser und Freiwassertauchgängen. Falls du erst einmal die Grundlagen kennenlernen möchtest, schau dir vorher unseren Ratgeber Was ist Gerätetauchen? an.

Was sind PADI, SSI und CMAS?

Hier geht es um drei verschiedene Ausbildungssysteme. PADI steht für Professional Association of Diving Instructors und gehört zu den Namen, denen du in Tauchschulen weltweit besonders häufig begegnest. Die Einstiegsstufe heißt PADI Open Water Diver.

SSI, ausgeschrieben Scuba Schools International, ist ebenfalls eine große, weltweit tätige Ausbildungsorganisation. Auch hier heißt die Einstiegsstufe Open Water Diver.

CMAS steht für Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques und ist etwas anders aufgebaut: Das System basiert auf nationalen Verbänden. In der Türkei läuft die CMAS-Ausbildung über den türkischen Unterwassersportverband Türkiye Sualtı Sporları Federasyonu (TSSF). Die Ausbildungsstufen werden mit Sternen bezeichnet. Deshalb wirst du bei der Kurssuche in der Türkei häufig auf die Bezeichnung TSSF/CMAS 1 Yıldız Dalıcı stoßen. Gemeint ist damit ein Ein-Stern-Taucher.

PADI, SSI und CMAS im Vergleich

Für den ersten Tauchschein brauchen wir daraus keine Wissenschaft zu machen. Diese Übersicht hilft dir bei der Orientierung:

Merkmal PADI SSI CMAS / TSSF
Einstiegsstufe Open Water Diver Open Water Diver Ein-Stern-Taucher
Ausbildungsaufbau Theorie + Übungen im begrenzten Wasser + Freiwassertauchgänge Theorie + Übungen im begrenzten Wasser + Freiwassertauchgänge Theorie + Praxis + Freiwassertauchgänge
Organisationsstruktur Private Ausbildungsorganisation Private Ausbildungsorganisation Verbandsbasiertes System
Digitales Lernen Ja Ja Je nach Kursprogramm unterschiedlich
Verbreitung in der Türkei Weit verbreitet Weit verbreitet Sehr weit verbreitet
Bekanntheit im Ausland Sehr weit verbreitet Sehr weit verbreitet International anerkannt
Weitere Ausbildungsstufen Advanced, Rescue, Divemaster usw. Weiterführende Programme, Stress & Rescue usw. Zwei Sterne, drei Sterne, Tauchlehrerausbildung

Beim PADI Open Water Diver folgt auf die Theorie zunächst das Üben im Pool oder in einer ähnlich kontrollierten Umgebung. Danach stehen vier Freiwasser-Ausbildungstauchgänge an. Die Tiefengrenze auf dieser Einstiegsstufe beträgt 18 Meter. Bei SSI läuft es ähnlich: Theorie, Übungen unter kontrollierten Bedingungen und vier Freiwassertauchgänge. Auch hier liegt die Tiefengrenze für die Einstiegsstufe bei 18 Metern. CMAS One-Star ist die Einstiegsstufe des internationalen CMAS-Systems. Bei CMAS kannst du im Internet allerdings über scheinbar widersprüchliche Angaben stolpern. Im allgemeinen CMAS-Standard werden 20 Meter genannt, in der Türkei gelten jedoch die Regeln der TSSF. Für TSSF/CMAS-Ein-Stern-Taucher liegt die Grenze bei maximal 18 Metern, wobei die vorgeschriebenen Begleitbedingungen eingehalten werden müssen. Nachttauchgänge sind auf dieser Stufe nicht erlaubt. Wenn du irgendwo „CMAS ein Stern: 20 Meter“ liest, muss die Angabe also nicht automatisch falsch sein. Beim Tauchen in der Türkei sind die dort geltenden TSSF-Regeln entscheidend.

Sind die Ausbildungsstufen gleichwertig?

Hier wird es etwas kniffliger. PADI und SSI Open Water Diver sowie TSSF/CMAS ein Stern kannst du zunächst als Einstiegsqualifikationen betrachten. Danach lassen sich die Systeme aber nicht einfach deckungsgleich übereinanderlegen. Eine Aussage wie „PADI Advanced entspricht auf jeden Fall CMAS zwei Sternen“ kann irreführend sein. Ausbildungsinhalte, erforderliche Taucherfahrung und Voraussetzungen für die nächste Stufe unterscheiden sich. Wenn du von einem System in ein anderes wechseln möchtest, frag am besten direkt bei der Tauchschule oder beim zuständigen Verband nach. Das ist deutlich sinnvoller, als selbst zu raten, welcher Stufe dein bisheriges Brevet entspricht.

Was erwartet dich im ersten Tauchkurs?

Am ersten Tag schnallst du dir nicht einfach eine Flasche auf den Rücken und springst ins Meer. Zunächst lernst du, warum du unter Wasser bestimmte Dinge tun musst. In der Theorie geht es um Druck, Druckausgleich, den Umgang mit der Ausrüstung, Luftverbrauch, grundlegende Tauchgangsplanung und Sicherheit. Keine Sorge: Aus dir soll kein Physikprofessor werden. Du sollst verstehen, warum manche Handgriffe wichtig sind und warum du andere Dinge unter Wasser unbedingt vermeiden solltest.

Taucher mit Schreibtafel beim Üben von Fertigkeiten in einer kontrollierten Umgebung während eines Tauchkurses

Danach geht es in einer kontrollierten Umgebung an die Praxis. Zum ersten Mal durch einen Atemregler zu atmen, kann sich anfangs ziemlich ungewohnt anfühlen. Du übst, Wasser aus der Maske zu entfernen, den Atemregler wiederzufinden, wenn er dir aus dem Mund rutscht, und deine Tarierung zu kontrollieren. Tarierung bedeutet vereinfacht, deinen Auftrieb so zu steuern, dass du unter Wasser nicht ständig auf- oder absteigst. Wenn etwas noch nicht klappt, dann am besten hier: Dein Tauchlehrer ist dabei, und die Bedingungen sind kontrolliert. Nach diesem Teil folgen die Freiwassertauchgänge. Was du im Pool oder im flachen Wasser gelernt hast, wendest du jetzt in einer echten Tauchumgebung an. Bei PADI und SSI gehören vier Freiwasser-Ausbildungstauchgänge zum Open-Water-Programm. Auch der aktuelle CMAS-One-Star-Standard sieht vier Freiwassertauchgänge vor. Die Ausbildung ist abgeschlossen, wenn dein Tauchlehrer feststellt, dass du die erforderlichen Fertigkeiten sicher beherrschst.

Wie lange dauert es, einen Tauchschein zu machen?

„Drei Tage“ oder „genau vier Tage“ wäre als pauschale Antwort zu einfach. Die Dauer hängt vom Kursplan der Tauchschule ab, davon, ob du die Theorie vorher online erledigst, von Wetter und Seegang, von der Gruppengröße und davon, wie schnell du dich im Wasser wohlfühlst.

Manche Tauchschulen bündeln die Ausbildung in wenigen Tagen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Entscheidend ist aber nicht, ob du nach drei oder fünf Tagen fertig bist. Wenn du deine Maske noch nicht zuverlässig ausblasen kannst oder deine Tarierung kaum im Griff hast, hilft dir die Karte im Portemonnaie unter Wasser herzlich wenig. Die Unterwasserwelt ist unglaublich schön. Gleichzeitig lässt sie dir bei Fehlern weniger Spielraum als das Leben an Land. Ich würde bei der Kurswahl deshalb zuerst fragen: „Wie wird hier unterrichtet?“ Und erst danach: „Wie schnell bin ich fertig?“

PADI, SSI oder CMAS: Welchen Tauchschein sollst du wählen?

Ich finde, an dieser Stelle machen sich viele mehr Gedanken als nötig. „Ist PADI besser?“, „Ist CMAS anspruchsvoller?“, „Wird SSI im Ausland anerkannt?“ – Fragen gibt es reichlich. Bei deinem ersten Tauchschein ist allerdings etwas anderes wichtiger als das Logo auf der Karte: dein Tauchlehrer. Ein guter Tauchlehrer vermittelt dir mehr als gerade genug Wissen für die Prüfung. Er erkennt, wo du unter Wasser Schwierigkeiten hast, arbeitet mit dir an deiner Tarierung und erklärt dir, warum du die Ausrüstung auf eine bestimmte Weise benutzt. Und er schickt dich nicht zum nächsten Ausbildungsschritt, bevor du bereit bist, nur damit der Zeitplan aufgeht. Ich würde mir deshalb zuerst das Tauchzentrum und den Tauchlehrer anschauen.

Natürlich gibt es praktische Unterschiede zwischen den Systemen. Wenn du hauptsächlich in der Türkei tauchen möchtest, wirst du TSSF/CMAS häufig begegnen. Dort gibt es ein großes Netz an Tauchzentren und Tauchlehrern, und die Ausbildung läuft über den Verband. PADI und SSI sind zwei Namen, die dir auch in Tauchzentren im Ausland ständig begegnen werden. Beide verfügen über ein weltweites Netzwerk und digitale Zertifikate. Ein Missverständnis sollten wir dabei gleich ausräumen: CMAS ist kein System, das nur in der Türkei genutzt wird. Auch CMAS ist international aufgestellt. Falls du später weiterlernen möchtest, schau dir die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort an. Wer bietet weiterführende Kurse an? Gibt es gute Tauchlehrer? Kannst du innerhalb desselben Systems mit Rettungskursen, Tieftauchen, Navigation oder einer Ausbildung auf professionellem Niveau weitermachen? Für den Einstieg sind diese Fragen oft hilfreicher als die Marke auf deiner Karte.

Was solltest du vor dem Tauchkurs wissen?

Du musst vorher noch nie mit einer Tauchflasche getaucht sein. Genau dafür ist der Kurs schließlich da. Schwimmen und Gesundheit sind aber wichtige Themen. Bei PADI liegt das allgemeine Mindestalter für den Open Water Diver bei zehn Jahren. Teilnehmende unter 15 Jahren erhalten ein Junior-Open-Water-Diver-Brevet. Während der Ausbildung werden außerdem grundlegende Fähigkeiten im Wasser geprüft, etwa 200 Meter zu schwimmen und sich zehn Minuten an der Oberfläche zu halten.

Auch bei SSI beginnt die Einstiegsausbildung ab zehn Jahren. Für die Altersgruppe von zehn bis 14 Jahren gelten besondere Aufsichtsregeln. In der Türkei hat die TSSF das Mindestalter für das Gerätetauchen im Jahr 2025 von 14 auf zwölf Jahre gesenkt.

Das Thema Gesundheit solltest du nicht mit „Wir gehen doch nur kurz ins Wasser“ abhaken. Vor der Ausbildung kann eine Gesundheitserklärung oder ein anderer vom jeweiligen System verlangter Nachweis erforderlich sein. Wenn du bestimmte Gesundheitsfragen im Formular mit Ja beantwortest, kann eine ärztliche Beurteilung nötig werden.

Musst du für den ersten Kurs eigene Ausrüstung kaufen?

Meistens nicht. Bei Einsteigerkursen stellt das Tauchzentrum häufig die grundlegende Ausrüstung: Tarierjacket (BCD), Atemregler, Tauchflasche, Bleisystem und Tauchanzug. Frag aber unbedingt vor der Anmeldung nach. Ob zum Beispiel Maske, Flossen, Tauchcomputer oder Anzug im Paket enthalten sind, kann sich von Tauchschule zu Tauchschule unterscheiden. Eine komplette Ausrüstung zu kaufen, bevor du überhaupt deinen ersten Kurs gemacht hast, halte ich für wenig sinnvoll. Tauchen ist ohnehin kein günstiges Hobby, und zu diesem Zeitpunkt weißt du vielleicht noch gar nicht, ob du dabei bleiben möchtest. Probier erst einmal verschiedene Ausrüstungsteile aus. Welche Maske sitzt bequem? Welche Flossen passen zu dir? Mit welchem Anzug fühlst du dich wohl? Danach lässt sich das Geld deutlich sinnvoller ausgeben.

Wähle deine Tauchschule nicht nur nach dem Preis

Zwei Tauchzentren in derselben Stadt können für ihren Kurs unterschiedliche Preise verlangen. Der erste Impuls ist oft, das günstigere Angebot zu nehmen. Bei einer Tauchausbildung solltest du deine Entscheidung aber nicht allein am Preis festmachen. Wenn du beim Zentrum anrufst, stell ein paar konkrete Fragen:

  • Nach welchem System unterrichtet ihr?
  • Wie viele Schüler betreut ein Tauchlehrer?
  • Wo finden die Freiwassertauchgänge statt?
  • Ist die Ausrüstung im Kurspreis enthalten?
  • Wie viele Freiwassertauchgänge gehören insgesamt zum Kurs?
  • Findet die Theorie vor Ort oder online statt?
  • Muss die Ausbildung unbedingt an einem bestimmten Tag abgeschlossen sein?

Gerade die letzte Frage finde ich wichtig. „Tauchschein garantiert in drei Tagen“ ist für mich allein noch kein Vorteil. Wenn du in drei Tagen tatsächlich alles sicher lernst, wunderbar. Etwas anderes ist es, wenn du nach drei Tagen fertig sein musst, weil der Kursplan eben nur drei Tage vorsieht. Beim Tauchen geht es darum, im Wasser zu wissen, was du tust. Die Karte möglichst schnell zu bekommen, bringt dir für sich genommen wenig.

Wo kannst du in der Türkei einen Tauchschein machen?

Deine Ausbildung solltest du bei einem autorisierten Tauchzentrum absolvieren. Auf Advenway findest du unsere Übersicht der Tauchzentren in der Türkei, die du nach Städten und Regionen durchsuchen kannst. Auf unserer neu ergänzten Tauchkarte siehst du außerdem Tauchzentren in deiner Nähe und Tauchgebiete zusammen auf einer Karte.

Wenn du zum ersten Mal einen Kurs suchst, schau dir zunächst die Zentren in deiner gewünschten Region an. Vergleiche anschließend Ausbildungssystem, Tauchlehrer und Kursablauf. Und wenn du deinen Tauchschein in der Tasche hast und die nächste Frage lautet „Gut, und wo tauche ich jetzt?“, kannst du mit unserem Ratgeber zu den Tauchplätzen in Kaş anfangen.

Welcher Tauchschein passt also zu dir?

Für den Einstieg liegen PADI, SSI und CMAS weniger weit auseinander, als du vielleicht vermutest. In allen drei Systemen lernst du zunächst die Grundlagen, übst unter kontrollierten Bedingungen und wechselst anschließend ins Freiwasser. Namen, Zertifikate und weitere Ausbildungswege unterscheiden sich, das grundlegende Ziel am Anfang ist aber sehr ähnlich.

Bleib deshalb nicht bei der Frage hängen, welcher Tauchschein „der beste“ ist. Such dir einen guten Tauchlehrer, informiere dich über das Zentrum und absolviere den Kurs so, dass du die Inhalte wirklich beherrschst. Wenn du überwiegend in der Türkei tauchen möchtest, ist TSSF/CMAS eine naheliegende und etablierte Option. PADI und SSI sind sowohl in der Türkei als auch im Ausland weit verbreitet. Auch CMAS ist international anerkannt. Das passende Ausbildungssystem zu wählen, ist wichtig. Den passenden Tauchlehrer zu finden, ist beim ersten Tauchschein wahrscheinlich noch wichtiger.

Autor Advenway IG P YT f X

Ich habe Advenway aus meiner Begeisterung für Outdoorsport, Laufen und Ausrüstung gegründet. Hier teile ich, was ich recherchiere, ausprobiere und lerne – möglichst verständlich und persönlich.

Ich bin weder Profisportler noch Trainer. Ich bin einfach jemand, der Fragen gern auf den Grund geht und Neues ausprobiert. Genau daraus ist Advenway entstanden.