Skipflege vor der Saison: 5 Dinge, die deine Ski fit für den Winter machen
Bis zum Start der Skisaison scheint noch jede Menge Zeit zu sein. Gerade wenn es draußen noch nach Sommer aussieht, denkt kaum jemand daran, die Ski aus dem Keller zu holen und durchzuchecken. Auf die ersten Schneemeldungen zu warten, kann für die Skipflege vor der Saison allerdings schon etwas spät sein.
Bei Ausrüstung, die nur im Winter zum Einsatz kommt, kann sich oberflächlicher Rost bilden. Der Belag kann austrocknen, und vielleicht ist dir am Ende der letzten Saison auch ein kleiner Schaden entgangen. Skischuhe, Bindungen und der Rest der Ausrüstung können ebenfalls Überraschungen bereithalten. Sich damit ausgerechnet zum Saisonstart herumzuschlagen, macht wenig Spaß. Die gute Nachricht: Du musst dafür nicht stundenlang in der Werkstatt stehen. Für die meisten reicht es zunächst, die Ski einmal gründlich anzuschauen und die folgenden fünf Punkte durchzugehen. Falls deine Ausrüstung noch nicht komplett ist, hilft dir vielleicht auch unser Vergleich zwischen Leihen und Kaufen.
1. Skipflege beginnt beim Belag
Wenn du die Ski aus dem Keller holst, schau dir zuerst den Belag an, bevor du direkt zum Wachs greifst. Beim Thema Skipflege denken viele sofort ans Wachsen. Prüfe vorher lieber diese drei Dinge:
- Tiefe Kratzer
- Ausbrüche oder andere Schäden an der Oberfläche
- Weißliche Stellen, die trocken aussehen
Kleine Kratzer an der Oberfläche gehören beim Skifahren dazu. Bleibst du mit dem Fingernagel aber deutlich in einer tiefen Rille hängen oder reicht ein Schaden bis in die Nähe des Skikerns, kann eine professionelle Reparatur nötig sein. Wirken einzelne Stellen grau oder weißlich, deutet das häufig auf einen trockenen Belag hin. Du kannst mit solchen Ski zwar noch fahren, aber Wachs kann die Gleiteigenschaften verbessern und zur Pflege des Belags beitragen. Es geht also nicht darum, wegen jedes kleinen Kratzers nervös zu werden. Du willst nur vermeiden, dass ein übersehener Schaden aus der letzten Saison gleich am ersten Skitag wieder Thema wird.
2. Schau nach, ob die Ski Wachs brauchen
Damit sind wir bei einem Wort, das dir bei der Skipflege ständig begegnet: Wachs. Es hilft dem Belag, besser über den Schnee zu gleiten, und schützt ihn vor dem Austrocknen. Kein Wunder also, dass viele bei der Vorbereitung auf die Saison als Erstes ans Wachsen denken. Sieht der Belag noch gut aus und wurden die Ski am Ende der letzten Saison ordentlich gepflegt eingelagert, besteht möglicherweise kein dringender Handlungsbedarf. Wirkt die Oberfläche dagegen trocken oder ist das letzte Wachsen schon länger her, kann eine neue Wachsschicht vor der Saison sinnvoll sein.
Heißwachsen kannst du auch zu Hause. Dabei müssen allerdings ein paar Schritte stimmen: das passende Wachsbügeleisen verwenden, die richtige Temperatur einstellen, überschüssiges Wachs abziehen und den Belag ausbürsten. Anleitungen dazu findest du im Netz reichlich. Wenn du das noch nie gemacht und auch niemandem mit Erfahrung dabei über die Schulter geschaut hast, sind die eigenen Ski vielleicht nicht das beste Übungsobjekt für den ersten Versuch. Wachsen im Skiservice ist dann oft die praktischere und sicherere Lösung.
3. Prüfe die Kanten auf Rost und Grate
Die Skikanten gehören zu den Stellen, denen Feuchtigkeit bei der Lagerung besonders schnell zusetzt. Schau dir die Metallkanten deshalb einmal über die gesamte Länge an. Ein bisschen oberflächlicher Rost ist noch kein Grund zur Panik. Kleine Roststellen können entstehen, wenn Ski feucht weggeräumt wurden oder lange im Keller standen. Genauer hinschauen solltest du bei tatsächlichen Beschädigungen: Fahre dafür nicht mit der Hand direkt über die scharfe Kante, sondern kontrolliere sie zunächst mit den Augen. Deutliche Grate, eingedrückte Stellen oder Schläge, die die Form der Kante verändert haben, gehören in den Skiservice.
Scharfe, gleichmäßige Kanten machen sich vor allem beim Kurvenfahren auf hartem oder eisigem Schnee bemerkbar. Eine stumpfe Kante, die dir im weichen Schnee kaum auffällt, kann sich auf einer vereisten Piste ziemlich schnell bemerkbar machen. Dabei gilt allerdings nicht einfach: je schärfer, desto besser. Kantenwinkel und Schliff hängen auch vom Skityp und davon ab, wie du fährst. Wenn du dir nicht sicher bist, was du tust, lass lieber den Service ran, statt kräftig draufloszufeilen.
4. Bei den Bindungen reicht ein kurzer Blick nicht

Ein paar Kratzer im Belag können ärgerlich sein. Bei der Bindung geht es dagegen um den wichtigsten Sicherheitscheck auf dieser Liste. Sie soll bei einem Sturz auslösen, wenn es nötig ist, und so helfen, das Risiko schwerer Verletzungen zu verringern. Eine erste Sichtprüfung kannst du selbst machen:
- Gibt es Risse oder gebrochene Kunststoffteile?
- Ist rund um die Schrauben Spiel zu erkennen?
- Bewegen sich die Skibremsen richtig?
- Sind deutliche Spuren eines Aufpralls aus der letzten Saison zu sehen?
Dabei solltest du es aber nicht belassen. Wenn sich dein Gewicht verändert hat oder du andere Skischuhe beziehungsweise andere Ausrüstung verwendest, müssen die Bindungseinstellungen möglicherweise neu geprüft werden. Den DIN-Wert einfach anhand irgendeiner Tabelle im Internet zu verändern, ist keine gute Idee. Bei der Einstellung spielen mehrere Faktoren eine Rolle, darunter Fahrkönnen, Gewicht, Körpergröße, Sohlenlänge des Skischuhs und Fahrweise. Wie solche Prüfungen durchgeführt werden, ist unter anderem in der Norm ASTM F1063 beschrieben. Wenn du unsicher bist, gehört eine Bindungsprüfung im Skiservice vor Saisonbeginn zu den sinnvollsten Punkten auf deiner Liste.
5. Hol auch die Skischuhe und den Rest der Ausrüstung hervor
Bei Skipflege denkt man natürlich zuerst an die Ski selbst. Probleme auf der Piste können aber genauso gut vom Rest der Ausrüstung kommen. Probiere deine Skischuhe deshalb unbedingt schon vor Saisonbeginn an und schau dir Folgendes an:
- Schließen die Schnallen richtig?
- Sind die Klettbänder beschädigt?
- Riechen die Innenschuhe unangenehm oder sind sie feucht?
- Sind die Sohlen stark abgenutzt?
Monatelang gelagerte Ausrüstung zum ersten Mal wieder im Skigebiet zu prüfen, ist selten eine gute Idee. Die Skibrille könnte Kratzer oder Schäden an der Beschichtung haben. Vielleicht halten die Handschuhe nicht mehr richtig dicht, oder an der Skikleidung wartet noch ein Riss, ein kaputter Reißverschluss oder ein anderer Schaden aus der letzten Saison auf dich. Um zu sehen, ob etwas fehlt, lohnt sich auch ein Blick in unseren Überblick dazu, was du beim Skifahren anziehst.
Beim Helm solltest du etwas genauer hinschauen. Hat er in der vergangenen Saison einen heftigen Schlag abbekommen, reicht es nicht unbedingt, dass er von außen noch gut aussieht. Prüfe in diesem Fall die Hinweise des Herstellers zur Nutzung und zum Austausch. Anforderungen an Schneesporthelme werden beispielsweise in Normen wie ASTM F2040 festgelegt.
Wann solltest du deine Ski für die Saison vorbereiten?
Einen festen Monat, in dem die Pflege unbedingt erledigt sein muss, gibt es nicht. Genauso wenig sinnvoll ist es, grundsätzlich bis zum ersten Schnee zu warten. September und Oktober eignen sich gut für einen ersten Ausrüstungscheck. Entdeckst du ein Problem, bleibt noch Zeit, es vor dem großen Andrang im Service zu lösen. Ob sich in einem Skigebiet schon Schnee hält, kannst du auch vor dem Saisonstart verfolgen: In Kartalkaya liegen die Pisten beispielsweise zwischen 1.854 und 2.197 Metern Höhe, und die Schneehöhe wird täglich erfasst.
Weil die Skigebiete in der Türkei meist erst in den Wintermonaten öffnen, fühlt sich ein Ausrüstungscheck einige Monate vorher vielleicht etwas früh an. Du musst die Ski danach aber nicht gleich benutzen. Es geht darum, fehlende oder beschädigte Teile rechtzeitig zu entdecken. So kannst du nötige Servicearbeiten erledigen lassen oder deine Ausrüstung ergänzen, bevor die Saison beginnt. Und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass du dich mitten im Winter hinten in die Warteschlange beim Skiservice einreihen musst. Um die Bedingungen in den Skigebieten während der Saison im Blick zu behalten, kannst du unser Tool für Schneehöhen und Wettervorhersagen nutzen.
Müssen Ski jede Saison zum professionellen Service?
Nein.
Wie oft deine Ski Pflege brauchen, hängt davon ab, wie viel du fährst, unter welchen Bedingungen du letzte Saison unterwegs warst und ob die Ausrüstung einen Schlag abbekommen hat. Wer ein paar Tage pro Saison fährt, hat einen anderen Pflegebedarf als jemand, der mehrere Dutzend Tage auf der Piste verbringt.
Ist der Belag in Ordnung, sind die Kanten gut erhalten und gibt es keine Probleme mit den Bindungen, muss nicht automatisch jede Saison ein kompletter Service sein. Warst du dagegen viel auf eisigen Pisten unterwegs, hast Steine erwischt oder tiefe Kratzer im Belag, kann professionelle Pflege deutlich sinnvoller sein. Orientiere dich deshalb vor allem am tatsächlichen Zustand deiner Ausrüstung, statt stur einen festen Wartungskalender abzuarbeiten.
Der 10-Minuten-Check vor der Skisaison
Wenn du keine Lust auf eine lange Aktion hast, hilft schon diese kurze Runde:
- Belag
- Kanten
- Bindungen
- Skischuhe
- Helm und Skibrille
Nimm dir für jeden Punkt ein paar Minuten. Ist alles in Ordnung, kannst du die Ausrüstung bis zum Saisonstart wieder verstauen. Entdeckst du ein Problem, bleibt dir Zeit, es vor dem ersten Skitag zu lösen. Wenn der erste Schnee fällt, bist du schließlich lieber bereit fürs Skifahren, als noch mit deiner Ausrüstung beschäftigt.