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Radfahren im Winter: Wie bleibst du warm, ohne ins Schwitzen zu kommen?

Advenway 17. Oktober 2026 Teilen f W X P @
Drei Rennradfahrer in langärmeliger Winterkleidung auf einer Landstraße

Draußen sind es 7 Grad. Du hast beschlossen, eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen. Also ziehst du deine Jacke an, schnappst dir die Handschuhe und legst sicherheitshalber noch eine zusätzliche Schicht drunter. Schließlich ist es kalt. Lieber etwas zu warm als zu kalt, oder? Die ersten Kilometer laufen wunderbar. Dann kommt ein Anstieg und plötzlich wird dein Rücken nass vor Schweiß. Ein Stück weiter geht es wieder bergab. Und genau in diesem Moment merkst du, dass die Jacke, die dich vorhin noch so schön warm gehalten hat, jetzt irgendwie nicht mehr ihren Job macht. Deine Zehen haben sich inzwischen sowieso schon von der ganzen Unternehmung verabschiedet. Kommt dir bekannt vor? Radfahren im Winter kann manchmal genau so aussehen.

Du verlässt das Haus und bist überzeugt, perfekt angezogen zu sein. Doch sobald du auf dem Fahrrad sitzt, gelten plötzlich andere Regeln. Denn es geht nicht nur darum, wie kalt es draußen ist. Wind, Schweiß, deine Fahrgeschwindigkeit und sogar die Steigungen auf deiner Strecke beeinflussen, wie warm oder kalt dir tatsächlich wird.

Was solltest du also beim Radfahren im Winter anziehen? Wie bleiben Hände und Füße warm? Und worauf musst du achten, wenn es regnet oder besonders windig ist? Schauen wir uns an, wie du auch in der kalten Jahreszeit Spaß auf dem Fahrrad haben kannst, ohne nach zehn Kilometern nur noch an eine heiße Dusche zu denken.

Warum fühlt sich die Kälte auf dem Fahrrad viel stärker an?

Du schaust morgens auf die Wetter-App. Sagen wir, es sind 8 Grad. Beim Spazierengehen ist das eigentlich ganz angenehm. Vielleicht brauchst du eine leichte Jacke, aber ansonsten ist alles gut. Dann steigst du aufs Fahrrad. Und plötzlich fühlen sich diese 8 Grad ganz anders an.

Der Hauptgrund dafür ist die Luftbewegung. Während du fährst, strömt ständig Luft an deinem Körper vorbei. Dabei wird die warme Luftschicht, die sich normalerweise direkt an deiner Haut bildet, immer wieder abgetragen. Dein Körper verliert dadurch schneller Wärme. Besonders deutlich spürst du das, wenn du gegen den Wind fährst.

Dazu kommt das Schwitzen. Bei einem längeren Anstieg arbeitet dein Körper intensiver und produziert mehr Wärme. Du kommst ins Schwitzen, was völlig normal ist. Oben angekommen geht es bergab. Jetzt musst du deutlich weniger arbeiten, produzierst weniger Wärme und der Fahrtwind kühlt dich ab. Wenn deine Kleidung vom Schweiß feucht ist, wird es schnell unangenehm.

Die eigentliche Herausforderung beim Radfahren im Winter besteht also nicht einfach darin, möglichst viel Wärme zu speichern. Du musst ein gutes Gleichgewicht zwischen der Wärme finden, die dein Körper produziert, und der Wärme, die er wieder verliert. Deshalb ist die dickste Winterjacke nicht automatisch die beste Wahl.

Mehr Kleidung bedeutet nicht unbedingt mehr Komfort

Wenn es draußen kalt wird, greifen wir normalerweise zu wärmeren Sachen. Im Alltag funktioniert das ziemlich gut. Auf dem Fahrrad kann dir diese Strategie allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. Stell dir vor, du möchtest eine halbe Stunde etwas schneller fahren und ziehst dafür deine dickste Winterjacke an. Am Anfang fühlt sich alles großartig an. Dir ist warm, du bist zufrieden und denkst, dass du heute wirklich alles richtig gemacht hast. Zehn Minuten später sieht die Sache anders aus. Dein Körper wird wärmer, du schwitzt und die Feuchtigkeit sammelt sich unter deiner Jacke. Wenn der Stoff nicht genügend Feuchtigkeit nach außen transportieren kann, bleibt sie dort. Also öffnest du den Reißverschluss. Vielleicht möchtest du die Jacke sogar ganz ausziehen. Doch dann trifft dich der kalte Wind. Auch nicht besonders angenehm. Deshalb ist es beim Radfahren meistens sinnvoller, mehrere dünnere Schichten zu tragen, anstatt sich auf eine einzige dicke Jacke zu verlassen.

Die erste Schicht: Schweiß soll nicht zum Problem werden

Die Kleidung direkt auf deiner Haut hat eine wichtige Aufgabe. Sie soll dabei helfen, Feuchtigkeit von deinem Körper wegzutransportieren, damit du nicht dauerhaft in einem nassen Shirt unterwegs bist. Dafür eignen sich beispielsweise Funktionsmaterialien aus synthetischen Fasern oder Merinowolle.

Aber was ist mit deinem Lieblingsshirt aus Baumwolle? Leider ist Baumwolle beim Wintersport nicht immer die beste Wahl. Sie nimmt Schweiß auf und kann relativ lange feucht bleiben. Bei einer kurzen Fahrradrunde im Sommer stört dich das vielleicht überhaupt nicht. Im Winter sieht die Sache anders aus. Besonders dann, wenn du gerade einen anstrengenden Anstieg hinter dir hast und anschließend eine längere Abfahrt vor dir liegt. Ein gutes Funktionsunterhemd kann hier einen überraschend großen Unterschied machen.

Die zweite Schicht: Wärme speichern

Die mittlere Schicht soll dabei helfen, die Wärme zu halten, die dein Körper selbst produziert. Je nach Wetter kann das ein leichter Fleecepullover, ein Thermo-Radtrikot oder eine andere isolierende Schicht sein. Wichtig ist allerdings, dass du dir vorher überlegst, wie du fahren möchtest.

Bist du gemütlich in der Stadt unterwegs? Dann brauchst du möglicherweise etwas mehr Wärme. Planst du eine sportliche Tour mit vielen Anstiegen? Dann kann dich dieselbe Kleidung schnell ins Schwitzen bringen. Es kommt also nicht nur auf die Außentemperatur an, sondern auch darauf, wie anstrengend deine Fahrt wird.

Die äußere Schicht: Den Wind draußen lassen

Spätestens bei der ersten längeren Abfahrt im Winter weißt du eine gute winddichte Jacke zu schätzen. Selbst wenn es draußen gar nicht besonders kalt ist, kann der ständige Fahrtwind deinen Körper deutlich schneller auskühlen lassen. Deshalb spielt der Windschutz eine wichtige Rolle. Ist es trocken, aber windig, reicht häufig eine leichte, atmungsaktive Windjacke. Wenn Regen angekündigt ist, kann eine wasserdichte Fahrradjacke sinnvoller sein.

Allerdings gibt es dabei einen kleinen Haken. Nicht jede wasserdichte Jacke lässt Feuchtigkeit gleich gut entweichen. Eine Jacke kann Regen hervorragend abhalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich darunter jede Menge Schweiß sammelt. Achte deshalb nicht nur auf die Wasserdichtigkeit, sondern auch darauf, wie atmungsaktiv die Jacke ist und welche Belüftungsmöglichkeiten sie bietet.

Was solltest du bei welcher Temperatur zum Radfahren anziehen?

Eine feste Regel gibt es dafür nicht. Vielleicht fährst du bei 10 Grad noch völlig entspannt mit dünnen Handschuhen, während dein Freund längst seine Winterausrüstung auspackt. Das ist ganz normal. Wind, Regen, Luftfeuchtigkeit, Fahrtempo und die Dauer deiner Tour spielen ebenfalls eine Rolle. Trotzdem kann eine kleine Orientierung helfen.

Temperatur Mögliche Kleidung
Ab 15 °C Radtrikot, bei Bedarf eine leichte Windjacke
10–15 °C Langarmtrikot, dünne Funktionsschicht oder leichte Fahrradjacke
5–10 °C Thermounterwäsche, Langarmtrikot, winddichte Jacke und Fingerhandschuhe
0–5 °C Wärmende Funktionsschichten, Winterjacke, Thermo-Radhose, Winterhandschuhe und Überschuhe
Unter 0 °C Zusätzlicher Kälteschutz und geeignete Ausrüstung; bei Glätte die Fahrt lieber verschieben

Betrachte diese Tabelle als Orientierung und nicht als strenge Vorschrift. Ein sonniger, windstiller Tag mit 8 Grad fühlt sich ganz anders an als ein regnerischer Tag mit starkem Wind bei derselben Temperatur. Auch die Länge deiner Fahrt macht einen Unterschied. Für die zehn Minuten zum Supermarkt brauchst du schließlich nicht unbedingt dieselbe Ausrüstung wie für eine zweistündige Trainingseinheit.

Kalte Hände können selbst die schönste Fahrradtour ruinieren

Wenn du schon einmal im Winter Fahrrad gefahren bist, kennst du das vielleicht. Dein Oberkörper ist warm. Deine Beine arbeiten. Eigentlich läuft alles bestens. Nur deine Finger haben offenbar beschlossen, nicht mehr mitzumachen. Kalte Hände gehören zu den häufigsten Problemen beim Radfahren im Winter. Während der Fahrt liegen deine Hände fast durchgehend am Lenker. Du bewegst die Finger vergleichsweise wenig und gleichzeitig trifft ständig kalte Luft darauf.

Irgendwann merkst du vielleicht, dass sich Bremsen und Schalten nicht mehr so angenehm anfühlen wie sonst. Und genau dann geht es nicht mehr nur um Komfort. Wenn deine Finger zu kalt werden, kann das auch die sichere Bedienung deines Fahrrads beeinträchtigen. An leicht kühlen Tagen reichen möglicherweise dünne Fahrradhandschuhe mit langen Fingern. Bei niedrigeren Temperaturen sind gefütterte und windabweisende Modelle meistens angenehmer.

Aber Vorsicht: Dicker ist nicht automatisch besser. Wenn du mit deinen Handschuhen kaum noch an die Bremshebel kommst oder Schwierigkeiten beim Schalten hast, sind sie für deine Fahrt nicht besonders geeignet. Du brauchst warme Hände, solltest dein Fahrrad aber weiterhin problemlos kontrollieren können. Bei längeren Touren im Regen kann es außerdem sinnvoll sein, ein trockenes Paar Ersatzhandschuhe mitzunehmen.

Deine Füße frieren? Dann greif nicht sofort zu dickeren Socken

Du bist seit einer halben Stunde unterwegs und langsam fühlen sich deine Zehen an wie kleine Eiswürfel. Was fällt dir als Erstes ein? Dickere Socken. Vielleicht sogar zwei Paar übereinander. Das müsste doch funktionieren, oder? Nicht unbedingt.

Viele Fahrradschuhe sind so konstruiert, dass möglichst viel Luft zirkulieren kann. Im Sommer ist das großartig, weil deine Füße dadurch nicht so schnell überhitzen. Im Winter kann genau diese Belüftung allerdings zum Problem werden. Durch die Öffnungen gelangt kalte Luft an deine Füße. Kommen noch Regen oder Spritzwasser hinzu, wird es schnell unangenehm. Was kannst du dagegen tun? Zunächst solltest du auf Socken achten, die Feuchtigkeit gut regulieren. Modelle aus Merinowolle oder technischen Kunstfasern können eine gute Wahl sein. Außerdem lohnt sich ein Blick auf Fahrrad-Überschuhe. Diese werden über die eigentlichen Fahrradschuhe gezogen und bieten zusätzlichen Schutz vor Wind und Regen.

Ein weiterer Punkt ist die Passform. Wenn du zwei dicke Paar Socken in ohnehin schon enge Fahrradschuhe zwängst, kann das unangenehmen Druck verursachen. Und mehr Druck bedeutet nicht automatisch mehr Wärme. Manchmal sind ein Paar geeignete Funktionssocken und gute Überschuhe die deutlich bessere Lösung.

Denk auch an deine Ohren

Helm? Sitzt. Handschuhe? Angezogen. Jacke? Natürlich. Und deine Ohren? Ach ja, die gibt es schließlich auch noch. Gerade bei kaltem Wind können Ohren und Gesicht ziemlich schnell unangenehm auskühlen. Eine dünne Fahrradmütze oder ein passender Ohrenschutz unter dem Helm kann helfen. Wichtig ist nur, dass dein Helm weiterhin richtig sitzt. Wenn eine dicke Mütze dafür sorgt, dass der Helm nicht mehr sicher auf deinem Kopf sitzt, ist das keine besonders gute Lösung.

Auch ein Schlauchtuch für den Hals ist im Winter ausgesprochen praktisch. Wird es windiger, kannst du es etwas höher ziehen. Wird dir warm, lässt du es einfach wieder herunter. Besonders auf Strecken mit längeren Abfahrten kann dieses kleine Stück Stoff erstaunlich nützlich sein. Manchmal braucht es eben gar keine große Ausrüstung, um einen deutlichen Unterschied zu merken.

Bergauf schwitzen und bergab frieren: Wie lässt sich das vermeiden?

Das ist wohl eines der klassischen Probleme beim Radfahren im Winter. Du fährst einen längeren Anstieg hinauf. Dein Puls steigt, du atmest schneller und dein Körper produziert ordentlich Wärme. Nach einer Weile beginnst du zu schwitzen. Endlich oben angekommen, freust du dich auf die Abfahrt. Bis du merkst, dass deine Kleidung ziemlich feucht ist. Und jetzt geht es mit ordentlich Fahrtwind bergab. Nicht gerade die angenehmste Kombination.

Der Trick besteht darin, deine Kleidung anzupassen, bevor dir zu warm wird. Wenn es die Bedingungen erlauben, kannst du beispielsweise schon vor dem Anstieg den Reißverschluss deiner Jacke etwas öffnen. Steht ein besonders langer oder anstrengender Anstieg bevor, kannst du vielleicht sogar eine Schicht ausziehen und im Rucksack verstauen. Oben angekommen solltest du deinen Windschutz wieder anpassen, bevor die Abfahrt beginnt. Wichtig ist, nicht die gesamte Tour mit exakt derselben Kleidungseinstellung fahren zu wollen.

Und dann wären da noch die Pausen. Während du in die Pedale trittst, produziert dein Körper ständig Wärme. Sobald du anhältst, nimmt diese Wärmeproduktion ab. Ist deine Kleidung feucht, kann dir deshalb schnell kalt werden. Bei längeren Wintertouren lohnt es sich, eine trockene zusätzliche Schicht oder eine leichte warme Jacke dabeizuhaben.

Solltest du dich vor einer Wintertour aufwärmen?

Wenn du an einem kalten Wintermorgen schon einmal früh aufs Fahrrad gestiegen bist, weißt du, dass sich die ersten Minuten besonders frisch anfühlen können. Vor allem bei sportlichen Touren ist es deshalb keine schlechte Idee, nicht sofort mit voller Leistung loszufahren. Gib deinem Körper ein wenig Zeit, in Bewegung zu kommen. Du kannst vor dem Losfahren ein paar lockere Bewegungen machen und die ersten 10 bis 15 Minuten in einem angenehmen Tempo radeln.

Dafür brauchst du kein kompliziertes Aufwärmprogramm. Es reicht oft schon, die Belastung nach und nach zu steigern. Schließlich bringt es wenig, bereits auf dem ersten Kilometer einen persönlichen Rekord aufstellen zu wollen, wenn du kurz darauf völlig verschwitzt bist. Ein ruhiger Start hat noch einen Vorteil. Du merkst frühzeitig, ob deine Kleidung zu den Bedingungen passt. Zu warm? Dann kannst du eine Schicht anpassen. Zu kalt? Dann hast du noch Gelegenheit, etwas zu ändern, bevor du dich weiter von zu Hause entfernst.

Draußen ist es kalt und du hast keinen Durst. Musst du trotzdem trinken?

Im Winter passiert etwas Interessantes. Du hast häufig deutlich weniger Durst als im Sommer. Während du bei einer Sommertour regelmäßig zur Trinkflasche greifst, denkst du bei kaltem Wetter vielleicht kaum daran. Das bedeutet allerdings nicht, dass dein Körper plötzlich keine Flüssigkeit mehr benötigt. Auch im Winter schwitzt du. Außerdem verlierst du beim Atmen Feuchtigkeit. Und wenn du mehrere Kleidungsschichten trägst, fällt dir möglicherweise gar nicht auf, wie viel du tatsächlich schwitzt. Deshalb solltest du deine Trinkflasche nicht zu Hause lassen, nur weil November ist.

Natürlich gibt es keine feste Wassermenge, die für alle Menschen und jede Fahrradtour gleichermaßen richtig wäre. Wie viel Flüssigkeit du benötigst, hängt unter anderem von der Dauer und Intensität deiner Fahrt, den Wetterbedingungen und deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Eine gemütliche Stunde in der Stadt ist schließlich etwas anderes als eine anstrengende dreistündige Trainingstour. Wichtig ist, deine Flüssigkeitsversorgung im Blick zu behalten, ohne dich zum übermäßigen Trinken zu zwingen.

Es wird früher dunkel. Aber können dich die Autofahrer überhaupt sehen?

Beim Radfahren im Winter gibt es noch ein wichtiges Thema, das mit warmer Kleidung wenig zu tun hat. Sichtbarkeit. Stell dir vor, du steigst im November nach der Arbeit auf dein Fahrrad. Im Sommer wäre es um diese Uhrzeit vielleicht noch lange hell gewesen. Jetzt wird es bereits dunkel. Kommen Regen, Nebel oder schlechte Sicht hinzu, wird es für andere Verkehrsteilnehmer schwieriger, dich rechtzeitig zu erkennen.

Deshalb solltest du bei deiner Winterausrüstung nicht nur an Jacken und Handschuhe denken. Kontrolliere auch deine Fahrradbeleuchtung. Achte darauf, dass Vorder- und Rücklicht zuverlässig funktionieren und nicht von Taschen oder anderen Gegenständen verdeckt werden. Reflektierende Kleidung und Zubehör können zusätzlich helfen, besser gesehen zu werden. Sie ersetzen allerdings keine ordnungsgemäße Fahrradbeleuchtung.

Auch deine Routenwahl spielt eine Rolle. Die ruhige Straße, auf der du im Sommer gerne unterwegs bist, ist nach Einbruch der Dunkelheit vielleicht nicht mehr die beste Wahl. Manchmal ist eine etwas längere, dafür gut beleuchtete Strecke die sinnvollere Entscheidung. Schließlich soll eine Fahrradtour nicht nur Spaß machen. Du möchtest auch sicher ankommen.

Regen verändert nicht nur deine Kleidung

Ein bisschen Regen bedeutet natürlich nicht automatisch, dass du deine Fahrradtour absagen musst. Mit geeigneter Kleidung und etwas Vorsicht kann sogar eine Fahrt bei leichtem Regen Spaß machen. Allerdings verändert Regen nicht nur, wie nass du wirst. Auch die Straßenverhältnisse können sich deutlich verändern.

Fahrbahnmarkierungen, metallene Kanaldeckel, Straßenbahnschienen und nasses Laub können besonders rutschig werden. Wenn deine Reifen weniger Grip haben, musst du beim Bremsen und in Kurven vorsichtiger sein. Reduziere deshalb auf nassen Straßen rechtzeitig deine Geschwindigkeit. Halte mehr Abstand und vermeide nach Möglichkeit plötzliche Brems- oder Lenkbewegungen. Außerdem solltest du regelmäßig den Zustand deiner Reifen und Bremsen kontrollieren.

Und dann gibt es noch ein Thema, das im Winter besonders wichtig wird: Glätte. Wenn die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt fallen, können schattige Straßen, Brücken und wenig sonnige Streckenabschnitte vereisen. Dabei reicht es nicht immer aus, einfach etwas langsamer zu fahren. Ohne geeignete Reifen, die richtige Ausrüstung und entsprechende Erfahrung kann das Fahren auf Eis sehr gefährlich sein. Wenn dir die Strecke unsicher erscheint, verschiebe deine Tour lieber. Du musst dem Wetter schließlich nichts beweisen.

Du nutzt dein Fahrrad im Alltag? Dann brauchst du vielleicht eine andere Lösung

Die meisten Tipps gelten sowohl für sportliche Fahrradtouren als auch für den täglichen Weg zur Arbeit. Trotzdem gibt es Unterschiede. Stell dir vor, du fährst jeden Morgen mit dem Fahrrad ins Büro. Dein Arbeitsweg dauert ungefähr 20 bis 25 Minuten. Du hältst an Ampeln, wartest im Verkehr und fährst nicht die ganze Zeit im gleichen Tempo. In dieser Situation brauchst du möglicherweise etwas mehr Wärme als jemand, der eine intensive Rennradausfahrt plant.

Radfahren im Winter in der Stadt: eine Gruppe auf dem Radweg
Ampelstopps und wechselndes Tempo im Stadtverkehr verlangen oft andere Kleidung als eine Trainingsfahrt.

Außerdem ist es praktisch, wenn du deine Kleidung am Ziel schnell ausziehen kannst. Gerade beim Pendeln sind deshalb unkomplizierte Kleidungsschichten besonders hilfreich. Ein weiterer Punkt ist dein Rucksack. Wenn du mit einem Rucksack fährst, bemerkst du vielleicht, dass dein Rücken besonders stark schwitzt. Falls du regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs bist, könnten ein Gepäckträger oder Fahrradtaschen eine Überlegung wert sein. So transportierst du deine Sachen am Fahrrad und nicht direkt auf deinem Rücken. Das kann deinen Fahrkomfort deutlich verbessern, besonders wenn du mehrere Kleidungsschichten trägst.

Muss gute Winterausrüstung wirklich teuer sein?

Jetzt kommen wir zu einem Thema, bei dem es schnell gefährlich werden kann. Nicht wegen der Kälte. Sondern wegen deines Warenkorbs. Du möchtest eigentlich nur ein Wintertrikot kaufen. Dann entdeckst du eine Thermo-Radhose. Dazu passende Handschuhe. Überschuhe wären auch nicht schlecht. Und diese wasserdichte Jacke sieht ebenfalls ziemlich gut aus. Plötzlich ist deine Einkaufsliste deutlich länger als geplant.

Die gute Nachricht: Du musst nicht deine komplette Garderobe austauschen, nur weil die Temperaturen fallen. Schau zuerst, was du bereits zu Hause hast. Ein funktionelles Sportshirt, ein leichter Fleecepullover und eine windabweisende Jacke können für viele Touren bei kühlem Wetter bereits ein guter Anfang sein. Wichtig ist, dass du dich darin gut bewegen kannst und deine Kleidung die Bedienung des Fahrrads nicht beeinträchtigt. Danach kannst du überlegen, was dich bei deinen Fahrten tatsächlich stört. Sind deine Hände ständig kalt? Dann lohnt sich vielleicht zuerst ein besseres Paar Handschuhe. Werden deine Füße regelmäßig nass? Dann könnten Überschuhe helfen. Ist dein Rücken nach jeder Tour völlig verschwitzt? Vielleicht liegt das Problem an deiner Basisschicht oder daran, dass deine Jacke zu wenig Feuchtigkeit entweichen lässt. Statt alles auf einmal zu kaufen, ist es sinnvoller, zunächst die Probleme zu lösen, die du wirklich hast. Und denk daran: Die teuerste Fahrradjacke ist nicht automatisch die beste für dich. Jemand, der jeden Tag mit dem Citybike zur Arbeit fährt, braucht schließlich nicht unbedingt dieselbe Ausrüstung wie jemand, der im Winter lange Rennradtrainings absolviert.

Deine kleine Checkliste für die nächste Wintertour

Bevor du losfährst, lohnt es sich, ein paar Minuten für die Vorbereitung einzuplanen. Besonders dann, wenn du länger unterwegs sein möchtest.

  • Wetter prüfen: Schau nicht nur auf die Temperatur, sondern auch auf Wind, Regen und mögliche Glätte.
  • Mit trockener Kleidung starten: Eine bereits feuchte Basisschicht ist kein besonders guter Beginn.
  • Windschutz einpacken: Gerade bei längeren Abfahrten kann eine leichte Jacke sehr hilfreich sein.
  • Hände und Füße schützen: Geeignete Handschuhe, Socken und Überschuhe machen oft einen großen Unterschied.
  • Fahrrad kontrollieren: Überprüfe Bremsen, Reifen, Reifendruck und Beleuchtung.
  • Trinken und Essen mitnehmen: Besonders bei längeren Touren solltest du vorbereitet sein.
  • An die Rückfahrt denken: Auf dem Heimweg kann es kälter und deutlich dunkler sein.

Natürlich musst du nicht aus jeder kurzen Fahrt gleich eine große Expedition machen. Mit der Zeit entwickelst du ein gutes Gefühl dafür, was bei welchem Wetter funktioniert. Irgendwann reicht vielleicht schon ein Blick auf die Temperatur und du weißt sofort, welche Handschuhe du brauchst. Ein kurzer Blick auf die Wettervorhersage lohnt sich trotzdem immer.

Kaltes Wetter bedeutet nicht, dass die Fahrradsaison vorbei ist

Radfahren im Winter erfordert etwas mehr Vorbereitung als im Sommer. Manchmal überlegst du ein paar Minuten länger, welche Jacke du anziehen solltest. Manchmal änderst du deine Strecke wegen des Wetters. Und manchmal schaust du morgens aus dem Fenster, siehst vereiste Straßen und entscheidest dich lieber für ein Training zu Hause. Das gehört einfach dazu.

Es geht schließlich nicht darum, möglichst viele Kleidungsschichten übereinanderzuziehen oder zu beweisen, dass dir Kälte nichts ausmacht. Viel wichtiger ist es, die richtige Balance zwischen Wärme, Schweißregulierung und Sicherheit zu finden. Mit passenden Kleidungsschichten, warmen Händen und Füßen sowie einer vernünftigen Routenplanung kannst du auch im Winter viele schöne Kilometer auf dem Fahrrad sammeln. Und ganz nebenbei haben Wintertouren noch einen kleinen Vorteil: Manche Radwege, die im Sommer ziemlich voll sind, werden plötzlich angenehm ruhig. Aber seien wir ehrlich. Nach einer kalten Fahrradtour nach Hause kommen, heiß duschen und sich anschließend mit einer guten Tasse Kaffee aufwärmen? Das hat auch etwas. Du musst dein Fahrrad also nicht bis zum Frühling stehen lassen. Aber du musst auch nicht über vereiste Straßen fahren, nur um dir selbst etwas zu beweisen. Denn die schönste Wintertour ist immer noch die, bei der du Spaß hast und sicher wieder nach Hause kommst.

Häufige Fragen

Ist Radfahren im Winter gesund?

Grundsätzlich ja. Radfahren kann eine gute Möglichkeit sein, auch in der kalten Jahreszeit körperlich aktiv zu bleiben. Allerdings solltest du extreme Kälte, vereiste Straßen, schlechte Luftqualität und deine persönliche gesundheitliche Situation berücksichtigen. Wenn du beispielsweise eine Herz- oder Atemwegserkrankung hast, solltest du intensive sportliche Belastung bei sehr kaltem Wetter vorher ärztlich abklären.

Ist es normal, am Anfang einer Fahrradtour etwas zu frieren?

Bei einer sportlichen Fahrt kann es normal sein, dass dir in den ersten Minuten etwas kühl ist. Sobald du in Bewegung kommst, produziert dein Körper mehr Wärme. Starkes Zittern, Taubheitsgefühle, nachlassende Koordination oder zunehmendes Frieren solltest du allerdings nicht ignorieren. Bei kurzen oder sehr entspannten Fahrten kann es außerdem sinnvoll sein, von Anfang an ausreichend warm angezogen zu sein.

Brauche ich zum Radfahren im Winter unbedingt Thermounterwäsche?

Nicht unbedingt. Das hängt von der Temperatur und davon ab, wie intensiv du fährst. An einem kühlen Tag kann ein langärmeliges Funktionsradtrikot ausreichen. Bei niedrigeren Temperaturen kann eine zusätzliche Thermoschicht deutlich angenehmer sein.

Ist eine Regenjacke besser als eine Windjacke?

Das kommt auf das Wetter an. Wenn es trocken, aber windig ist, kann eine atmungsaktive Windjacke angenehmer sein. Bei Regen ist eine wasserdichte Fahrradjacke meistens sinnvoller. Idealerweise schützt dich deine Kleidung vor dem Wetter und lässt gleichzeitig möglichst viel überschüssige Feuchtigkeit entweichen.

Halten zwei Paar Socken meine Füße wärmer?

Nicht unbedingt. Wenn deine Fahrradschuhe genügend Platz bieten, können mehrere Sockenschichten in manchen Situationen funktionieren. Werden die Schuhe dadurch aber zu eng, kann das den Komfort verschlechtern. Häufig sind geeignete Funktionssocken in Kombination mit Überschuhen die bessere Lösung.

Ab welcher Temperatur ist es zu kalt zum Radfahren?

Eine allgemeingültige Temperaturgrenze gibt es nicht. Neben der Außentemperatur spielen Wind, Niederschlag, Straßenverhältnisse, Ausrüstung und deine Erfahrung eine wichtige Rolle. Besonders vereiste Straßen können ohne geeignete Reifen und die nötigen Fähigkeiten gefährlich werden. Wenn die Bedingungen unsicher sind, ist es völlig in Ordnung, die Fahrt auf einen anderen Tag zu verschieben.

Autor Advenway IG P YT f X

Ich habe Advenway aus meiner Begeisterung für Outdoorsport, Laufen und Ausrüstung gegründet. Hier teile ich, was ich recherchiere, ausprobiere und lerne – möglichst verständlich und persönlich.

Ich bin weder Profisportler noch Trainer. Ich bin einfach jemand, der Fragen gern auf den Grund geht und Neues ausprobiert. Genau daraus ist Advenway entstanden.